Streit um archäologische Funde am Harzhorn
Wer darf die sensationellen Fundstücke präsentieren? (07.10.2010) mehr
So wie bei dieser nachgestellten Filmszene könnte es bei der Schlacht auf dem Harzhorn ausgesehen haben. (Archivbild)
Das Rätsel um die Römerschlacht am Harzhorn ist offenbar gelöst. Dreieinhalb Jahre nach der sensationellen Entdeckung eines Schlachtfeldes bei Kalefeld-Oldenrode (Landkreis Northeim) haben Experten herausgefunden, welcher römische Kampfverband sich damals heftige Gefechte mit den Germanen lieferte. Bei der Restaurierung einer im vergangenen Jahr gefundenen Axt sei eine eingehämmerte Inschrift freigelegt worden, teilte das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege mit. Diese Inschrift auf der sogenannten "Dolabra" laute "LEG IIII".
Hieraus schließen die Archäologen, dass die vierte Legion in die Schlacht verwickelt war. Zuvor waren die römischen Kämpfer unter Maximinus Thrax bei ihrem Rachefeldzug gegen die Germanen bis zur Elbe vorgedrungen. Auf ihrem Rückmarsch geriet die Legion dann am Harzhorn unweit der heutigen Autobahn 7 in einen Hinterhalt der Germanen. Diese hatten dort einen schmalen Korridor zwischen dem Höhenzug und dem Sumpfgelände blockiert.
Breits vor mehr als drei Jahren hatten die Forscher das Schlachtfeld im Harz entdeckt. (Archivbild)
Die Forscher vermuten, dass die Schlacht am Harzhorn jene "Schlacht im Sumpf" war, von der der Geschichtsschreiber Herodian (178-250 nach Christus) berichtet. Sie wird auf den Herbst des Jahres 235 n. Chr. datiert. Die eiserne Axt mit der Inschrift wurde in einem Bereich entdeckt, in dem es offenbar einen Kampf Mann gegen Mann gegeben hatte. Dort fanden die Archäologen neben einer weiteren Axt auch einen vollständigen römischen Wurfspeer und Beschläge eines Jochtieres.
Weitere Einzelheiten zu den neuen Funden und Erkenntnissen wollen die Experten im Beisein der niedersächsischen Wissenschaftsministerin Johanna Wanka am 11. Januar auf einer Pressekonferenz im Landesamt für Denkmalpflege in Hannover bekanntgeben.