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Niedersächsisches Know-how begleitet Galileo

Grafische Darstellung zeigt die ersten beiden Satelliten des europäischen Navigationssystems Galileo in der Erdumlaufbahn. © EPA/ESA Fotograf: ESA - P. Carril Detailansicht des Bildes Die Galileo-Satelliten sollen in 23.000 Kilometern Höhe um die Erde kreisen. Nach zwölfjähriger Vorbereitung, Verzögerungen und Kostensteigerungen sind heute pünktlich um 12.30 Uhr die ersten beiden Galileo-Satelliten von Französisch-Guyana aus mit einer russischen Sojus-Rakete ins Weltall starten. Das EU-Ortungssystem Galileo soll in Zukunft für eine exakte Positionsbestimmung in aller Welt sorgen - und so dem amerikanischen GPS (Global Positioning System) Konkurrenz machen. Ziel des neuen Satellitensystems ist es, den Auto-, Flugzeug- und Zugverkehr stärker zu automatisieren und dadurch effizienter zu machen.

Am Galileo-Zentrum am Braunschweiger Forschungsflughafen verfolgten die Wissenschaftler gespannt die Ereignisse auf dem Weltraumbahnhof Kourou. Denn in Braunschweig, wo ein europaweites Zentrum für die Zulassung von Satelliten-Anwendungen im Verkehr entsteht, wird seit fünf Jahren daran gearbeitet, dass das Galileo-System zuverlässig und sicher funktioniert.

Zweiter Versuch am Freitag

Der für Donnerstagmittag geplante Start der Sojus-Rakete war kurz zuvor abgesagt und auf Freitag verschoben worden. Grund waren laut Weltraumbehörde ESA Probleme beim Betanken.

Im Galileo-Zentrum laufen die Fäden zusammen

Das niedersächsische Wirtschaftsministerium hatte die Gründung des Galileo-Zentrums im Rahmen der Landesinitiative Satellitennavigation angeschoben. Unternehmen und Forschungseinrichtungen, wie der Flughafen Hannover und die Universitäten Göttingen, Hannover und Braunschweig prüfen, testen und kontrollieren im Galileo-Zentrum die Technik und Software. Noch werden Simulatoren verwendet, doch mit dem Start der Sojus-Rakete können dann auch die Funksignale aus dem All in wenigen Monaten empfangen werden.

Europa soll unabhängig von GPS werden

"Das zivile System Galileo wird eine Servicegarantie geben", sagte Zentrums-Manager Günther Kasties der "Welt Online". Damit soll Europa unabhängig vom amerikanischen Satellitensystem werden. Denn das Militärsystem GPS schränke die zivile Nutzung in weltpolitischen Krisenzeiten ein, so Kasties.

Mehr Sicherheit auf Schiene und Straße

Ob Assistenzsysteme für Autos, die selbstständig das Fahrzeug steuern, automatische Landeanflüge für Flugzeuge oder ein Sicherungssystem, das Zugkollisionen verhindern kann - all das ist nach Angaben der Braunschweiger Forscher mit Galileo möglich. Auch die Erfassung einer Pkw-Maut könnte per Satellit erfolgen.

Später und teurer als geplant

Ein Modell eines Galileo Satelliten hängt im Vorraum des Kontrollzentrums der Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). © dpa-Bildfunk Fotograf: Peter Kneffel Detailansicht des Bildes Fünf Milliarden Euro soll das neue Satelliten-System kosten. Ursprünglich war der Betrieb für 2008 geplant. Jetzt sollen 2014 die ersten Dienste verfügbar sein. Spätestens 2018 werden dann 30 Satelliten in 23.000 Kilometern Höhe um die Erde kreisen. Auch die Kosten für Galileo schossen in die Höhe: von anfangs 3,4 Milliarden auf nun 5 Milliarden Euro. Allein jeder einzelne Satellit kostet 40 Millionen Euro.

Empfangsgeräte werden in Braunschweig zertifiziert

Das Braunschweiger Unternehmen Nav Cert ist weltweit die einzige Zertifizierungsstelle für Geräte, die zukünftig das Galileo-Signal empfangen. Geschäftsführer Martin Grzebelus fiebert dem Start der ersten russischen Rakete von einem europäischen Weltraumbahnhof mit einem Kribbeln entgegen. Er hofft, dass alles klappt. Denn dann werde Galileo endlich Realität, so Grzebelus.

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Grafische Darstellung zeigt das Aussetzen eines Satelliten des europäischen Navigationssystems Galileo in der Erdumlaufbahn. © EPA/ESA Fotograf: ESA - P. Carril
 
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