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Asse: Suche nach Krebs-Ursachen beginnt

Behälter mit kontaminierter Natriumchlorid-Lauge im Atommüll-Endlager Asse II © ddp Fotograf: Nigel Treblin Detailansicht des Bildes Eine Arbeitsgruppe soll nun klären, ob die Einlagerung von Atommüll in der Asse Ursache für eine erhöhte Leukämierate ist. Eine Expertengruppe beginnt heute damit, Ursachen für die gehäuften Krebsfälle um das Atommüll-Lager Asse zu suchen. Berichte über eine erhöhte Leukämie-Rate in der Region um das Atommüll-Lager Asse bei Wolfenbüttel hatten Aufregung und Besorgnis bei den Menschen vor Ort ausgelöst. Ein möglicher Zusammenhang mit den in dem maroden Bergwerk gelagerten radioaktiven Abfällen ist bisher weder bewiesen noch widerlegt. Dies soll nun die vom Landkreis Wolfenbüttel eingesetzte Ad-hoc-Arbeitsgruppe klären. Ihr gehören Vertreter des Sozial- und Umweltministeriums, des Epidemiologischen Krebsregisters Niedersachsen (EKN), des Landesgesundheitsamtes und des Bundesamtes für Strahlenschutz an. Am Dienstag werden sie das erste Mal in Wolfenbüttel zusammentreffen.

 

Experten sind auf Mithilfe der Bevölkerung angewiesen

Die Experten seien auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen, sagte ein Ministeriumssprecher. Man müsse den genauen Wohnsitz der Erkrankten und ihre Berufstätigkeit ermitteln. Das gehe nur mit Zustimmung der Betroffenen. Nach Angaben des Niedersächsischen Sozialministeriums gegenüber dem NDR Regionalmagazin "Hallo Niedersachsen" liegt bei Männern die Zahl der Neuerkrankungen im Untersuchungszeitraum bei zwölf - statistisch erwartbar waren 5,2. Die Erkrankungsrate für Schilddrüsenkrebs bei Frauen hat sich laut der Untersuchung des Epidemiologischen Krebsregisters Niedersachsen (EKN) sogar verdreifacht. Die Erkrankungshäufigkeit für Leukämien bei Frauen ist ebenfalls erhöht, allerdings nicht signifikant, wie das Ministerium mitteilte. Die gesamte Anzahl der Krebserkrankungen sei für Männer und Frauen im Erwartungsbereich, erklärte ein Sprecher. Das EKN hat den Zeitraum von 2002 bis 2009 ausgewertet.

 

Genaue Auswertung wird Monate dauern

"Eine Ursache dafür kann bisher nicht festgestellt werden", erklärte die Strahlenmedizinerin Elke Bruns-Philipps vom Landesgesundheitsamt. Die vorliegenden Daten würden weiter ausgewertet. So sei noch nicht klar, welchen Einfluss etwa Lebensalter und Berufstätigkeit auf die Erkrankungen gehabt hätten. Es werde mehrere Monate dauern, bis verwertbare Ergebnisse vorlägen, sagte Bruns-Philipps. Sie schloss nicht aus, dass die hohe Rate von betroffenen Männern möglicherweise mit einer beruflichen Tätigkeit in der Schachtanlage Asse zu tun haben könnte.

 

Politiker fordern weitere Untersuchungen

SPD und Linke im niedersächsischen Landtag verlangten am Montag auch für die Umgebung anderer Atomanlagen eine Untersuchung des Krebsrisikos. Die Daten des Krebsregisters müssten auch für andere Regionen kleinräumig ausgewertet werden, forderte der SPD-Landtagsabgeordnete Marcus Bosse am Montag in Hannover nach einer Sitzung des Umweltausschusses zur Asse. Dazu gehören Helmstedt nahe dem Endlager Morsleben, die Umgebung des Zwischenlagers Gorleben und die AKW-Standorte. Auch der Linken-Abgeordnete Kurt Herzog forderte, die Krebshäufigkeit im Bereich Helmstedt genauer zu untersuchen. Östlich von Helmstedt seien bereits höhere Krebsraten festgestellt worden, erklärte der Abgeordnete. Allerdings habe man dabei nur Daten des Krebsregisters Sachsen-Anhalt herangezogen.

Der niedersächsische Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel forderte nach der Sitzung des Umweltausschusses am Montag ein transparentes Verfahren bei der Suche nach den Ursachen der Erkrankungen. Die Arbeitsgruppe müsse in ihren Untersuchungen offenlegen, mit welchen Methoden sie in welchem Umfang gearbeitet haben. Außerdem sollten sie noch unbekannte Störfälle im Atommüllager Asse in ihre Prüfungen einbeziehen, so Wenzel. Die Landesregierung hatte bereits angekündigt, der massiven Häufung von Blutkrebsfällen rund um das marode Atommülllager Asse so rasch wie möglich auf den Grund gehen zu wollen.

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Links

Homepage des Epidemiologischen Krebsregisters Niedersachsen (EKN).

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