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Christian Wulff meldet sich als Redner zurück

Er hat noch etwas zu sagen. Auch nach seinem Rücktritt als Bundespräsident sieht Christian Wulff sich als jemanden, der eine Botschaft hat. Sein Amt hatte er unter dem Druck der Öffentlichkeit und der Medien aufgegeben. Die Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit, an seiner Moral waren zu groß geworden. In den vergangenen neun Monaten hat sich Christian Wulff in der Öffentlichkeit rar gemacht. Noch immer ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover wegen des Verdachts der Vorteilsannahme gegen ihn. Am Mittwoch hat er in Heidelberg seine erste öffentliche Rede in Deutschland nach dem Rücktritt gehalten.

"Geschlossene Gesellschaften sind keine Gewinner"

Etwa 45 Minuten sprach Wulff vor gut 200 Zuhörern über Toleranz gegenüber anderen Kulturen und über Respekt vor anderen Religionen. In Deutschland fehle es an der Bereitschaft, sich in Menschen anderen Glaubens hineinzuversetzen, sagte er im Bezug auf die Debatte um religiöse Beschneidungen. Zudem forderte er eine stärkere Öffnung gegenüber anderen Kulturen und Traditionen. Schließlich würden "geschlossene Gesellschaften" in der globalisierten Welt nicht zu den Gewinnern gehören. Wulff sprach auch darüber, wie betroffen ihn die Morde des Terrortrios Nationalsozialistischer Untergrund gemacht hätten, kritisierte die mangelhafte Aufklärung der Mordserie und mahnte eine Aufarbeitung an. Es seien noch nicht alle Lehren aus diesen Vorgängen gezogen.

Einladung schon vor langer Zeit ausgesprochen

Die Einladung zu dem Vortrag in der Aula der Heidelberger Uni hatte Wulff bereits in seiner Amtszeit als Bundespräsident erhalten. "Eine einmal ausgesprochene Einladung gilt", sagte der Prorektor der Hochschule Hochschule für Jüdische Studien, Johannes Heil. Zu den Ermittlungen, die gegen ihn laufen, äußerte Wulff sich in Heidelberg nicht.

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Der frühere Bundespräsident Christian Wulff gibt in Heidelberg (Baden-Württemberg) in der Aula der Universität ein Autogramm. © dpa-Bildfunk Fotograf: Uwe Anspach
 
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Bei seiner Rede in Heidelberg hat sich Wulff ganz staatsmännisch gegeben. Er sprach über sein Lieblingsthema Integration. Aus aktueller Tagespolitik wollte er sich aber raushalten.

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Christian Wulff vor seinem eigenen, jüngeren Portrait. (Montage) © picture alliance / dpa, dapd Fotograf: Axel Schmidt, Nigel Treblin, Eventpress Herrmann
 

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