Wiesenhof-Reportage sorgt für Entsetzen
Eine ARD-Reportage über den Geflügelkonzern Wiesenhof hat für heftige Reaktionen gesorgt. Sogar der Präsident der Hähnchenerzeuger bezeichnete die Bilder als nicht hinnehmbar. mehr
Die BI Wietze wehrt sich seit mehr als eineinhalb Jahren gegen die Schlachtanlage. (Archiv)
Der umstrittene Geflügelschlachthof in Wietze (Landkreis Celle) hat am Montag seinen Betrieb aufgenommen. Das bestätigte der Betreiber der Anlage dem NDR. Nach Angaben der Bürgerinitiative (BI Wietze) gegen Europas größten Geflügelschlachthof hatte es am vergangenen Freitag bereits ein "Probeschlachten" gegeben. Ein BI-Sprecher sagte, er wundere sich darüber, dass kein offizieller Termin für den Betriebsbeginn bekannt gegeben wurde. Noch immer laufen zwei Klagen gegen die Betriebsgenehmigung für den Schlachthof und den Bebauungsplan.
Mitglieder der BI Wietze begleiteten den Start des Schlachthofes mit Protesten. Am Sonnabend feiert die BI ein Sommerfest, zu dem auch die Bundesvorsitzende der Grünen, Claudia Roth, kommen wird. Am Abend soll dann ein Fackelzug durch Wietze stattfinden.
Seit mehr als eineinhalb Jahren laufen viele Menschen in und um Wietze Sturm gegen die Mega-Anlage, in der 2,6 Millionen Hähnchen pro Woche geschlachtet werden sollen. Und nicht nur gegen diese. Im Umkreis von 150 Kilometern rund um den Ort sollen bis zu 400 große Mastställe entstehen, um den Schlachthof zu beliefern. Die Anwohner fürchten um ihre Gesundheit wegen möglichen Krankheitserregern aus dem Schlachthof und wegen des Lärms und Gestanks von täglichen Lkw-Kolonnen durch ihre Gemeinde.