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Weltweit einmaliges Holz-Windrad legt los

von Angela Hübsch

Normalerweise sind Windkraftanlagen aus Stahl oder Beton - diese hier ist etwas ganz Besonderes: Denn sie ist aus Holz. Der sogenannte TimberTower, konstruiert von einer gleichnamigen Firma aus Hannover, soll da einsteigen, wo andere langsam, aber sicher an ihre Grenzen stoßen. Denn die Windkraftanlagen wurden in den vergangenen Jahren immer leistungsfähiger, mittlerweile sind allein die Rotorblätter bis zu 60 Meter lang. Damit sie sich gut drehen können, müssen auch die Türme entsprechend hoch sein. Da werden Stahl- und Betonkonstruktionen irgendwann nicht mehr ausreichen, befand TimberTower - und konstruierte einen weltweit einmaligen Holzturm, den Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) und Ministerpräsident David McAllister (CDU) am Donnerstag in Hannover-Marienwerder in Betrieb genommen haben. Er hoffe, dass der Turm "ein Wahrzeichen der Energiewende" werde, sagte Altmaier beim Start der Anlage.

Holzkonstruktion mit 28 Stockwerken

Von außen ist nicht zu erkennen, dass der 100 Meter hohe Turm aus Holz besteht, denn die Außenwände sind mit einer weißen Kunststofffolie geschützt. Lediglich die Form gibt Hinweise darauf, schließlich ist der "TimberTower" eckig. Er besteht aus großen Holzplatten, die im Inneren von einer Fachwerk-Konstruktion und zahlreichen achteckigen Zwischenpodesten gehalten werden. So sind insgesamt 28 Stockwerke entstanden. 1.000 rund 30 Meter hohe Fichten haben die Konstrukteure in dem Holzturm verbaut, die 100 Tonnen schwere Gondel wird von rund 30 Zentimeter dicken Holzplatten getragen. "Es werden jetzt keine Wälder abgeholzt, um Holztürme zu bauen", so ein Investor des Projekts. Das Holz stamme aus nachhaltigem Anbau, zudem gebe es seit Jahren hohe Holzzuwächse in Deutschland.

"Ökologischer und leichter zu transportieren"

"Die einzelnen Segmente sind einfacher zu transportieren", sagte der Geschäftsführer von TimberTower, Holger Giebel, gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Zudem sei Holz um einiges ökologischer als Stahl oder Beton - gerade mit Blick auf die spätere Entsorgung, so Giebel. Aber auch schon davor lägen beim Holz klare Vorteile, erläuterte TimberTower-Hauptgesellschafter Edwin Kohl: "Die Stahlproduktion ist energieaufwendig und setzt dadurch viel klimaschädliches CO2 frei, Holz hingegen bindet beim Wachstum Kohlendioxid." Außerdem sei es möglich, noch viel höhere Türme für Windkraftanlagen als bislang zu bauen. Sie seien besonders für windschwächere Gebiete im Süden Deutschlands geeignet, da weiter oben der Wind kräftiger und gleichmäßiger bläst.

Transport der Turbine

Auch wenn die Türme höher gebaut werden können, ein Problem ist weiterhin die Turbine, an der die Rotorblätter befestigt werden. "Das ist immer noch der Flaschenhals", so ein Sprecher des Bundesverbands Windenergie. Einen Turm aus Holz könne man sicherlich einfacher in die Höhe ziehen als eine Stahlkonstruktion, allerdings müssten auch bei Holztürmen Kräne die Turbine an die Spitze hieven. Und das stelle noch eine Herausforderung dar.

Noch keine Langzeitstudien

Herkömmliche Windkraftanlagen hielten etwa 20 Jahre, so der Verbandssprecher. Etwa 40 Jahre sollen die "TimberTowers" halten, danach könne das Holz wieder als Baustoff genutzt oder zu Papier oder Pellets verarbeitet werden, so TimberTower-Geschäftsführer Giebel. Der Bundesverband Windenergie kann zu der unterschiedlichen Lebensdauer noch keine Aussage machen. Dafür gebe es keine Langzeitstudien. Allerdings hat der TÜV Nord den "TimberTower" für eine Lebensdauer von mindestens 20 Jahren abgenommen. Das sagte Lars Sitzki, Leiter der Abteilung Windenergie beim TÜV, gegenüber NDR.de.

Prototyp für Serienproduktion?

Fünf Millionen Euro hat die 1,5 Megawatt-Anlage gekostet - bei einer Serienproduktion wären die Kosten geringer, meinen die Investoren. Während der Testphase soll nun genau überwacht werden, wie sehr das Holz belastet wird, wenn sich die Rotorblätter kräftig drehen und der Wind gegen den Holzturm bläst. Verlaufen diese Tests erfolgreich, dann sollen - so der Plan der Investoren - in wenigen Jahren Hunderte, wenn nicht sogar Tausende Holztürme folgen.

Videos
Der Timbertowers in der Entstehung
 
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Windkraft wird noch ökologischer

Holger Giebel, Geschäftsführer von TimberTower, erklärt den Bau eines Windkraftturms bei Hannover. Der Clou dabei - er ist aus Holz.

Video starten (01:53 min)

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.12.2012 | 12:00 Uhr

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Ein Bauarbeiter steht auf dem Holzgerüst des TimberTowers.
 
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Mit Holztürmen die Windkraft nutzen

Die Firma Timbertower hat eine hölzerne Windkraftanlage in Hannover errichtet.

Audiobeitrag starten (02:46 min)
Weitere Informationen
Ein Windkraftturm aus Holz im Bau bei Hannover. © TimberTower
 
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