Windkraft wird noch ökologischer
Holger Giebel, Geschäftsführer von TimberTower, erklärt den Bau eines Windkraftturms bei Hannover. Der Clou dabei - er ist aus Holz.
Video starten (01:53 min)Normalerweise sind Windkraftanlagen aus Stahl oder Beton - diese hier ist etwas ganz Besonderes: Denn sie ist aus Holz. Der sogenannte TimberTower, konstruiert von einer gleichnamigen Firma aus Hannover, soll da einsteigen, wo andere langsam, aber sicher an ihre Grenzen stoßen. Denn die Windkraftanlagen wurden in den vergangenen Jahren immer leistungsfähiger, mittlerweile sind allein die Rotorblätter bis zu 60 Meter lang. Damit sie sich gut drehen können, müssen auch die Türme entsprechend hoch sein. Da werden Stahl- und Betonkonstruktionen irgendwann nicht mehr ausreichen, befand TimberTower - und konstruierte einen weltweit einmaligen Holzturm, den Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) und Ministerpräsident David McAllister (CDU) am Donnerstag in Hannover-Marienwerder in Betrieb genommen haben. Er hoffe, dass der Turm "ein Wahrzeichen der Energiewende" werde, sagte Altmaier beim Start der Anlage.
Von außen ist nicht zu erkennen, dass der 100 Meter hohe Turm aus Holz besteht, denn die Außenwände sind mit einer weißen Kunststofffolie geschützt. Lediglich die Form gibt Hinweise darauf, schließlich ist der "TimberTower" eckig. Er besteht aus großen Holzplatten, die im Inneren von einer Fachwerk-Konstruktion und zahlreichen achteckigen Zwischenpodesten gehalten werden. So sind insgesamt 28 Stockwerke entstanden. 1.000 rund 30 Meter hohe Fichten haben die Konstrukteure in dem Holzturm verbaut, die 100 Tonnen schwere Gondel wird von rund 30 Zentimeter dicken Holzplatten getragen. "Es werden jetzt keine Wälder abgeholzt, um Holztürme zu bauen", so ein Investor des Projekts. Das Holz stamme aus nachhaltigem Anbau, zudem gebe es seit Jahren hohe Holzzuwächse in Deutschland.
"Die einzelnen Segmente sind einfacher zu transportieren", sagte der Geschäftsführer von TimberTower, Holger Giebel, gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Zudem sei Holz um einiges ökologischer als Stahl oder Beton - gerade mit Blick auf die spätere Entsorgung, so Giebel. Aber auch schon davor lägen beim Holz klare Vorteile, erläuterte TimberTower-Hauptgesellschafter Edwin Kohl: "Die Stahlproduktion ist energieaufwendig und setzt dadurch viel klimaschädliches CO2 frei, Holz hingegen bindet beim Wachstum Kohlendioxid." Außerdem sei es möglich, noch viel höhere Türme für Windkraftanlagen als bislang zu bauen. Sie seien besonders für windschwächere Gebiete im Süden Deutschlands geeignet, da weiter oben der Wind kräftiger und gleichmäßiger bläst.
Auch wenn die Türme höher gebaut werden können, ein Problem ist weiterhin die Turbine, an der die Rotorblätter befestigt werden. "Das ist immer noch der Flaschenhals", so ein Sprecher des Bundesverbands Windenergie. Einen Turm aus Holz könne man sicherlich einfacher in die Höhe ziehen als eine Stahlkonstruktion, allerdings müssten auch bei Holztürmen Kräne die Turbine an die Spitze hieven. Und das stelle noch eine Herausforderung dar.
Herkömmliche Windkraftanlagen hielten etwa 20 Jahre, so der Verbandssprecher. Etwa 40 Jahre sollen die "TimberTowers" halten, danach könne das Holz wieder als Baustoff genutzt oder zu Papier oder Pellets verarbeitet werden, so TimberTower-Geschäftsführer Giebel. Der Bundesverband Windenergie kann zu der unterschiedlichen Lebensdauer noch keine Aussage machen. Dafür gebe es keine Langzeitstudien. Allerdings hat der TÜV Nord den "TimberTower" für eine Lebensdauer von mindestens 20 Jahren abgenommen. Das sagte Lars Sitzki, Leiter der Abteilung Windenergie beim TÜV, gegenüber NDR.de.
Fünf Millionen Euro hat die 1,5 Megawatt-Anlage gekostet - bei einer Serienproduktion wären die Kosten geringer, meinen die Investoren. Während der Testphase soll nun genau überwacht werden, wie sehr das Holz belastet wird, wenn sich die Rotorblätter kräftig drehen und der Wind gegen den Holzturm bläst. Verlaufen diese Tests erfolgreich, dann sollen - so der Plan der Investoren - in wenigen Jahren Hunderte, wenn nicht sogar Tausende Holztürme folgen.
hat viele Vorteile
Ich sehe darin sehr viele große Vorteile - im Transport und Bau einfacher als Stahl - beweglicher wie Beton - Bau mit nachwachsenden Rohstoffen [mehr]
Geklebt
Die Turm ist geklebt und nicht geschraubt. Die Klebstoffe die verwendet wurden sind schon seit Jahren geprüft und genehmigt weil die Statik Jahrelang hält und keine ungesunde Schadstoffe freilassen.... [mehr]
vor dem Urteil ein Vorurteil?
Der Turm hält nie und bricht in der Mitte durch... Das find ich ne witzige Sache. Der Turm steht ja fast direkt an der A2 und wenn mich nicht alles täuscht auch sehr nahe am Mittellandkanal. Auf... [mehr]
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Ist dochTennet bereits heute finanziell nicht in derLage Offshore Windparks anzubindenErst jüngst ist Tennet eine Lizens entzogen worden. Nun betreibt der niederländische Netzbetreiber unter... [mehr]
Das wundert mich nicht
Wahrscheinlich sind auch Turbine, Generator und Kabel aus Holz und Jute! [mehr]