Trecker-Protest gegen Lebensmittel-Industrie
Bauern aus Ostfriesland nehmen an einer Protest-Sternfahrt zum Kanzleramt teil. mehr
Am Mittwoch machte der norddeutsche Teil der Sternfahrt in der hannoverschen Altstadt an der Marktkirche Station.
Tomaten, Salat oder Gurken kommen aufgrund der EHEC-Gefahr bei vielen derzeit nicht mehr auf den Tisch. Doch auch unabhängig von immer neuen Lebensmittel-Skandalen fordern immer mehr Menschen ein Umdenken bei der landwirtschaftlichen Produktion. Ein Zusammenschluss von Landwirtschafts-, Natur- und Tierschutzverbänden organisiert derzeit vier bundesweite Sternfahrten in Richtung Berlin, um einen Wechsel in der Agrarpolitik zu erreichen. Am Mittwoch machte der norddeutsche Teil der Sternfahrt in der hannoverschen Altstadt an der Marktkirche Station.
Um 12.00 Uhr mittags rollten mehrere Trecker auf den Marktkirchenplatz. Einige hatten Motivwagen angehängt, auf denen unter anderem Modell-Kühe in Deutschlandfarben zu sehen waren. Dazu gab es Transparente und Plakate mit Aufschriften wie "Faire Preise für faire Milch" und "Agrarindustrie zerstört Bauern und Vieh".
Die Initiatoren der Sternfahrt fordern von der Bundesregierung und der Europäischen Union einen gravierenden Kurswechsel: Weg von der Förderung von Agrarfabriken und Massentierhaltung - hin zu einer bäuerlichen, regionalen Landwirtschaft. Es müsse sich dringend etwas ändern, selbst bei ökologisch hergestellten Lebensmitteln gehe der Trend zur globalen, industriellen Produktion, warnt Mitinitiatorin und Milchviehhalterin Johanna Böse-Hartje.
Am Donnerstag macht die Sternfahrt in Wietze im Landkreis Celle Station, um dort gegen den Bau des Geflügelschlachthofes zu protestieren.