Der Loverboys-Film in kompletter Länge
Schüler der Anna-Siemsen-Schule in Hannover klären über die Gefahren von sogenannten Loverboys auf. Sehen Sie hier den kompletten Projektfilm.
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Junge Männer gaukeln Mädchen Liebe vor, um sie auf den Strich zu schicken. (Themenbild)
Die meisten Mädchen freuen sich, wenn sie von älteren Jungs gemocht werden. Ein Kompliment zum Profilfoto bei Facebook, ein netter Chat, ein erstes romantisches Treffen, Geschenke - und schon schnappt die Falle zu. Denn nach dieser Methode gehen sogenannte Loverboys vor. Das sind meist junge Männer, die gezielt Minderjährige ködern, um sie auf den Strich zu schicken. In der Landeshauptstadt Hannover soll nun eine DVD über die Masche dieser Kriminellen aufklären.
Eine Projektgruppe an der Anna-Siemsen-Schule in Hannover hat einen Film gedreht, der Mädchen vor sexueller Ausbeutung durch kriminelle junge Männer warnen soll.
"Es gibt in der Statistik relativ geringe Zahlen, aber nach unserer Einschätzung ein großes Dunkelfeld", sagte Sozialpädagogin Barbara David am Mittwoch bei der Vorstellung des Films. Sie leitet die Beratungsstelle Violetta in Hannover und hat Erfahrung mit solchen Fällen. Die Männer würden sich meist psychisch labile Mädchen suchen, weil diese leichter zu manipulieren seien. In den Niederlanden ist das Phänomen der Loverboys bereits seit rund zehn Jahren bekannt und wird in Zusammenarbeit von Polizei, Hilfsorganisationen und Öffentlichkeitsarbeit bekämpft.
Loverboys wollen mithilfe der Mädchen Geld verdienen. Deshalb nötigen sie sie, auf der Straße, in Bordellen oder privaten Wohnungen anschaffen zu gehen. Mit Prostitution hat dies rein rechtlich nichts zu tun, denn diese setzt eine Freiwilligkeit voraus, wie es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Stadt und Beratungsstellen heißt. Strafrechtlich handele es sich bei dieser Form sexueller Ausbeutung um Menschenhandel oder Zuhälterei vonseiten der Männer. Die Mädchen und jungen Frauen handelten dagegen nicht gesetzeswidrig, sie gelten als Opfer. Oft würden sie geschlagen, damit sie gehorsam bleiben.
Die DVD "Was tust du aus Liebe?" haben Schüler der berufsbildenden Anna-Siemsen-Schule gemeinsam mit Beratungsstellen in der Stadt produziert. Ziel ist es, Mädchen zu warnen und Betroffenen die Scham zu nehmen, sich anderen zu öffnen. Jeder habe ein Recht, Hilfe zu bekommen, lautet der Tenor. Der Kurzfilm soll nun an die Schulen in der Region verschickt werden, um möglichst viele junge Menschen zu erreichen.