Hund fällt über Fünfjährigen her
Der Junge aus Wunstorf liegt schwer verletzt im Krankenhaus. (04.06.11) mehr
Die aggressiven Hunde gehörten dem hannoverschen "Hells Angels"-Chef Frank Hanebuth.
Die zwei Schäferhunde, die in der Region Hannover fünf Menschen verletzt haben, gehören laut Informationen von NDR 1 Niedersachsen Frank Hanebuth, dem Vorsitzenden der hannoverschen "Hells Angels". Vorwürfe, dass die Hunde zum Beißen abgerichtet worden seien, wies der bereits wegen gefährlicher Körperverletzung vorbestrafte Hanebuth gegenüber NDR 1 Niedersachsen zurück. "Die Tiere haben alle Prüfungen erfolgreich absolviert und sind von einem Hundetrainer ausgebildet worden, der dies auch mit Hunden des Zolls macht."
Frank Hanebuth bedauerte den Vorfall und spricht von einem unerklärlichen Unfall. "Eigentlich sei es für die Hunde überhaupt nicht möglich gewesen, von dem Gelände zu kommen." Er sei nach dem Vorfall den ganzen Zaun abgegangen und habe nach Löchern gesucht. Er wolle nun alles tun, um den Opfern zu helfen und versprach mit ihnen Kontakt aufzunehmen.
Die Anwohner in Bissendorf-Wietze stehen immer noch unter Schock: Vier Männer und eine Frau wurden am Donnerstagabend Opfer der Hunde-Attacke. Sabine Rehak stand gerade in der Küche am Herd vor dem Fenster, als ihr eigener Hund plötzlich laut zu bellen anfing. "Da habe ich auf die Straße geschaut und gesehen, wie der junge Mann von den zwei Hunden attackiert wurde", erzählt Rehak. "Er rief immer: Hilfe, Hilfe!"
Daraufhin bewaffnete sich die 50-Jährige mit Besen und Eimer und stürzte zur Haustür, um dem Passanten zu helfen: "Es muss albern ausgesehen haben - auf Gummilatschen in Socken bin ich hier durch die Pfützen und habe versucht, die Hunde von ihm weg zu halten." Dann waren die Schäferhunde auf einmal hinter Sabine Rehak hinterher: "Ich musste wieder hinter den Zaun flüchten. Die haben uns richtig hasserfüllt angegeifert."
Der attackierte Mann war für die Hilfe sehr dankbar: "Die Hunde sind von hinten gekommen. Einer hat sich rechts hingestellt, einer links, dann haben sie mich angekläfft, mit Speichel an den Zähnen." Sie seien sehr, sehr aggressiv gewesen, so der Bedrohte. "Ich habe dann meine Sporttasche vor mich gehalten und dann sind sie darauf losgegangen, haben sie zerfetzt."
Laut einem Zeugen gingen die Tiere unter anderem an dieser Straße wie Wölfe auf ihre Opfer los.
Die Hunde bissen den jungen Mann, einen Nachbarn, einen Rentner, einen Polizisten und auch eine Mutter. Sie war aus ihrem Auto ausgestiegen, als sie die streunenden Hunde sah. Ihre beiden Kinder (sieben und zwölf Jahre alt) mussten im Auto geschockt mit ansehen, wie ihre Mutter angefallen und schwer verletzt wurde. Sie und auch der Rentner, der der Frau helfen wollte, kamen schwer verletzt in eine Klinik. Dort werden sie noch immer behandelt.
Sabine Rehak hatte Glück - sie wurde nicht gebissen, obwohl sie auf die Tiere zustürzte.
Laut Zeugenaussage waren die Hunde völlig außer Kontrolle. Die Tiere wären wie Wölfe auf die Opfer losgegangen. Ein Polizist, der versuchte die Hunde einzufangen, wurde ebenfalls gebissen. Da sich die Tiere nicht bändigen ließen, mussten sie erschossen werden. Die Polizei hat nun ein Strafverfahren wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung durch Unterlassen eingeleitet. Unklar ist noch, wie die Hunde von dem gesicherten Grundstück des Mannes kommen konnten. Die Polizei will Frank Hanebuth in den kommenden Tagen vernehmen. Bei einer Verurteilung drohen Hanebuth bis zu zehn Jahre Haft.