Erste Einblicke ins Museum Herrenhausen
Im wiederaufgebauten Schloss Herrenhausen ist der Tagungsbetrieb angelaufen. Doch bis auch das Schlossmuseum öffnet, dauert es noch ein paar Wochen. Jetzt gab es erste Einblicke. (14.03.2013) mehr
Im wiederaufgebauten Schloss Herrenhausen wird jetzt auch das Museum eröffnet.
Wie lebten Kurfürsten und Könige in Hannover? Welche Gegenstände nutzte die einfache Bevölkerung in der Zeit des Barock? Wie entstanden die Herrenhäuser Gärten? Antworten auf diese Fragen gibt das Museum im wiedererrichteten Schloss Herrenhausen. Rund 400 geladene Gäste werden heute zur offiziellen Eröffnungsfeier erwartet, darunter Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Er hatte die Entstehung des Schlossmuseums bereits in seiner früheren Funktion als hannoverscher Oberbürgermeister mit vorangetrieben. Rund fünf Millionen Euro haben Stadt, Land und Sponsoren in den Ausbau und die Gestaltung des neuen Museums in den Herrenhäuser Gärten investiert.
Das Museum besteht aus drei Trakten im Ost-, Westflügel und einem unterirdischem Verbindungstrakt des Schlosses. Die erste Ausstellung mit dem Titel "Schlösser und Gärten in Herrenhausen - Vom Barock zur Moderne" ist entsprechend dreigeteilt. Im feudal gestalteten Ostflügel mit roten Wänden und schweren Samtvorhängen wird der Aufstieg der Welfen gezeigt. Zahlreiche Porträts gekrönter Häupter sind zu sehen.
Den halbdunklen Kellertrakt bezeichnet Museumsdirektor Thomas Schwark als "Schatzkammer des Barock". Dieser Teil der Ausstellung sei eine Art begehbarer Setzkasten mit vielen Alltagsgegenständen von Sonnenuhren über Klingelbeutel bis hin zur Handwerker-Axt. Hunderte Objekte geben einen Einblick in die Barockzeit. Die Farbe Grün dominiert den Westflügel, der sich mit der Geschichte der Herrenhäuser Gärten beschäftigt.
Nach der offiziellen Eröffnung heute Nachmittag, wird das neue Schlossmuseum ab Mittwoch auch für Besucher zugänglich sein. Das von der VW-Stiftung für 20 Millionen Euro wiederaufgebaute Schloss wurde bereits im Januar eröffnet. Die Sommerresidenz der Welfen in den Herrenhäuser Gärten war im Zweiten Weltkrieg durch Bomben komplett zerstört worden.