"Hells Angels" vor Revival in Norddeutschland?
In den vergangenen Tagen haben die "Hells Angels" in mehreren norddeutschen Städten neue Charter gegründet. Die Sicherheitsbehörden befürchten Machtkämpfe. mehr
Die "Hells Angels" versuchen ihren Einfluss durch Clubneugründungen auszubauen. (Archivbild)
Es ist knapp acht Monate her, da schienen die "Hells Angels" vor allem in Norddeutschland auf dem Rückzug. Den Clubverboten in Schleswig-Holstein folgten Selbstauflösungen der Ortsvereine in Bremen und vor allem in Hannover - bis dahin Standort des bundesweit wohl mächtigsten Clubs der Rocker. Doch das Blatt scheint sich gewendet zu haben: Woche um Woche wird die Gründung neuer Clubs bekannt, vor allem in Niedersachsen.
Die jüngste Clubgründung spielte sich in der Südheide ab. Auf der Homepage der Rockergruppe wurde jetzt die Gründung des "Charters South Heather" (zu deutsch: Südheide) bekannt gegeben. Mutmaßlicher Standort ist nach Polizeieinschätzung die Heidestadt Celle. Mit Charter bezeichnen die "Hells Angels" ihre örtlichen Clubs. Vor einer Woche hatte die Gründung eines solchen Ortsvereins in Pattensen, wenige Kilometer vor den Toren der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover Schlagzeilen gemacht. Lokale Politiker zeigten sich wenig erfreut über diese Clubgründung. Zuvor hatte es zudem Neugründungen in der Region Bremen (Westside) und in Wilhelmshaven (Jade Bay) gegeben.
Die Rocker selbst dementieren, mit diesen Clubgründungen eine Strategie zu verfolgen. Es gehe lediglich darum, den Mitgliedern kurze Wege zu ihren Treffpunkten zu ermöglichen, sagen sie. Ganz anders die Sicht der Polizei, wo Rockergruppen wie die "Hells Angels" von den Spezialabteilungen für Organisierte Kriminalität beobachtet werden. Sie sehen in den Clubgründungen den Versuch, Machtbereiche abzustecken. Die Polizei sieht die Aktivitäten von Rockergruppen wie den "Hells Angels", "Bandidos" und "Gremium MC" vor allem in der Rotlicht- und der Türsteherszene.
In dieses Bild passt aus der Sicht der Polizei auch die Wiederbelebung eines Ortvereins der "Hells Angels" auf der Ferieninsel Mallorca im Herbst vergangenen Jahres. Mittlerweile sind nach Informationen von NDR Info vier Mitglieder der hannoverschen "Hells Angels" in die mallorquinische Vertretung der Rocker gewechselt. Vor zwei Jahren hatte es auf der Ferieninsel massive Auseinandersetzungen zwischen Rockern des "Gremium MC" und Mitgliedern der "Hells Angels" gegeben. Zwischenzeitlich war der Status des "Hells Angels"- Clubs auf Mallorca als "frozen" (zu deutsch: eingefroren) angegeben worden. Das Ende dieser "Eiszeit" könnte für ein Wiederaufleben der Zwistigkeiten sorgen.
Mitglieder des neuen mallorquinischen Clubs "Spain" waren kürzlich erstmals öffentlich bei der Beerdigung eines "Hells Angels"-Präsidenten in Bielefeld aufgetreten, an der mehr als 800 Rocker aus der gesamten Bundesrepublik und vielen Orten Europas teilnahmen. Die Aufnäher ihrer "Kutte" genannten Westen waren damals noch von blütenweißer Farbe. Auch das spricht für eine Clubgründung erst in jüngster Vergangenheit.
Für Schlagzeilen sorgte kürzlich außerdem die Gründung eines Ortsclubs der "Hells Angels" in Magdeburg. Dieses trägt mit dem Namen "East Gate" dieselbe Bezeichnung wie ein "Hells-Angels"-Club im nahen Helmstedt. Magdeburg galt bisher als Domäne der konkurrierenden "Bandidos". Diese hatten jedoch kurz zuvor ihre Clubs in der Domstadt und in Halle für aufgelöst erklärt. Eine Handvoll von ihnen hatte die "Bandidos"-Clubfarben "Rot-Gold" abgelegt und war ins "rot-weiße" Lager der "Hells Angels" übergetreten. Ein solcher Wechsel gilt manchen in der Szene als eine Art Todsünde, sagen Ermittler. Ein Beamter zu NDR Info: "Bei den Rot-Goldenen schwillt manchem jetzt der Kamm."
Die Behörden beobachten diese Entwicklung mit großer Sorge. Mancher sieht die Gefahr neuer Revierkämpfe. Die Entwicklung in Ostdeutschland und damit an der Peripherie Niedersachsens ist offenkundig von langer Hand eingefädelt worden. Immer wieder fällt dabei der Name eines mächtigen "Hells Angel" aus Berlin, der selbst vor einigen Jahren von den "Bandidos" zu den "Hells Angels" übergetreten ist. Mancher Beamte sieht jetzt eine "Achse von Berlin bis zu den Hafenstädten an der niedersächsischen Westküste" unter Federführung der "Hells Angels" entstehen. Andere sehen in den Clubgründungen der "Rot-Weißen" vor allem den Versuch, den Einfluss sogenannter Streetgangs zurückzudrängen, die nach dem gewachsenen Druck auf die "etablierten Rockergruppen" wie Pilze aus dem Boden schießen und sich anschicken, "Hells Angels" und Co. im Türsteher-und Rotlichtmilieu das Wasser abzugraben.
Eigene Meinung???
@Mikel Leider ist es mit deiner eigenen Meinung nicht allzu weither... Stimmt es einen nicht nachdenklich, dass die Polizei so gar nichts bewegt in diesem Sektor? Es werden Häuser pressewirksam... [mehr]
Hirn fehlt
Die Bürger hinterfragen schon lange nichts mehr. Sie lassen sich lieber von den Behörden und den medien einlullen. Das Hirn ist längst zu träge zu denken. Wenn die alle mal aufwachen ,wird es zu spät... [mehr]
Zum Thema - Ich verstehe leider nicht, warum es soo schwer ist, diesem skrupellosen Antibürgerpack das rechtliche Handwerk zu legen?! Leute, wehrt Euch gegen diese gesellschaftszerstörenden... [mehr]
Gebührenzahler
Genau darum bin ich ein Gebührenzahler - und zwar mit Überzeugung! Tom, sie haben es auf den Punkt gebracht! Zum Thema - Ich verstehe leider nicht, warum es soo schwer ist, diesem skrupellosen... [mehr]
Ab in den Süden: "Hells Angels" expandieren
Wieso sind Sie erstaunt über eine Expansion der kriminellen Organisation nach Spanien unter der Berücksichtigung der Finanzkrise in den südlichen Ländern!? Mad Max [mehr]