Atom-Moratorium endet, Meiler bleiben aus
Das dreimonatige Atom-Moratorium ist am Mittwoch ausgelaufen. Die Energiekonzerne könnten stillgelegte Anlagen wieder hochfahren. Aber die drei Meiler in Norddeutschland bleiben abgeschaltet. mehr
Der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Hubert Weiger, redete auf der Kundgebung.
Am Montagnachmittag haben Atomkraftgegner ihre Protestaktion gegen das Kernkraftwerk Grohnde (Landkreis Hameln-Pyrmont) beendet. Die Demonstranten hatten eine 24-stündige Mahnwache gehalten. Sie fordern die Abschaltung des Kraftwerks, weil beim Bau für Risse anfälliger Stahl verbaut worden sein soll.
Am Sonntag hatten sich bis zu 650 Menschen an den Aktionen beteiligt. Am Abend blockierten Demonstranten vorübergehend die Zugänge zum AKW. Nach Angaben eines Sprechers sei unter anderem die Gleiszufahrt durch die Aktivisten abgeschnitten gewesen. Auf der Kundgebung am Nachmittag sagte der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Hubert Weiger, wenn in Grohnde etwas passiere, sei auch Hannover betroffen. Die Bürger seien diejenigen, die geschützt werden müssten und nicht die Gewinninteressen der Betreiber.
In Sachen Anti-Atomkraft müsste für die Gegner der Technologie ja nun alles gut sein, könnte man denken. Der Ausstieg ist beschlossen, die ersten Kernkraftwerke sind schon abgeschaltet. Da ebbt der Bürgerprotest schnell ab. Für viele Atomkraftgegner ist aber längst nicht alles gut - zum Beispiel das Atomkraftwerk in Grohnde im Landkreis Hameln-Pyrmont. Das ist nämlich nicht abgeschaltet. Manche halten es aber für nicht sicher.
Beim Bau vor rund 30 Jahren sei Stahl verwendet worden, der schon damals nicht zulässig gewesen sei, erklärten die Atomkraftgegner. In dem Kraftwerk würden sogenannte Mox-Brennstäbe eingesetzt, die einen hohen Anteil von giftigem Plutonium hätten. Die Demonstranten wollten auch zeigen, dass die Auseinandersetzung um die Atomkraft noch lange nicht vorbei sei. Das AKW Grohnde soll noch zehn Jahre lang am Netz bleiben. Diese Laufzeitverlängerung wollten sie nicht akzeptieren, hieß es.