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"Goldener Brief" entschlüsselt

Der sogenannte "Goldene Brief", bestehend aus Gold und bestückt mit Rubinen. © Gottfried Wilhelm Leibnitz Bibliothek dpa/lni Fotograf: Gottfried Wilhelm Leibnitz Bibliothek dpa/lni Rubine, Gold und Prägungen: König Georg II. las den Brief trotzdem nicht.

Er besteht aus nahezu reinem Gold und ist mit 24 hochkarätigen Rubinen verziert: In dreijähriger Forschungsarbeit ist der geheimnisvolle Goldene Brief aus Birma entschlüsselt worden.

Nach 250 Jahren entschlüsselt: Birmas König wollte Handelskooperation

Eine Goldstatue des birmanischen Königs Alaungphaya. © Gottfried Wilhelm Leibnitz Bibliothek dpa/lni Fotograf: Gottfried Wilhelm Leibnitz Bibliothek dpa/lni Detailansicht des Bildes Birmas König Alaungphaya drückte mit dem reich verzierten Goldbrief seine Wertschätzung aus. 250 Jahre lang schlummerte das überaus kostbare Schreiben des birmanischen Königs Alaungphaya an den englischen König Georg II. aus dem Jahr 1756 im Tresor der Leibniz Bibliothek Hannover. Niemand konnte mit den birmanischen Schriftzeichen etwas anfangen. Nun ist klar: Es ging dem asiatischen Herrscher um eine Handelskooperation. "Nach unserem Stand ist der Goldene Brief ein Unikat", sagte Bibliotheksleiter Georg Ruppelt am Donnerstag.

Als Briefkuvert diente ein hohler Elefantenstoßzahn

Ein Reproduktions-Foto des englischen Königs Georg II. © Gottfried Wilhelm Leibnitz Bibliothek dpa/lni Fotograf: Gottfried Wilhelm Leibnitz Bibliothek dpa/lni Detailansicht des Bildes Von Birma nach Hannover: Alaungphaya wollte mit König Georg II. handeln. Der Goldene Brief ist in ein 55 mal 12 Zentimeter großes Goldblech eingraviert und an den schmalen Seiten mit den Edelsteinen verziert. Damit wollte Alaungphaya seine Wertschätzung für den hannoversch-englischen König ausdrücken. Als Transportbehältnis diente ein ausgehöhlter Elefantenstoßzahn, der ebenfalls erhalten ist. Georg II. konnte mit dem Schreiben offenbar wenig anfangen und schickte es in die Königliche Bibliothek nach Hannover. 1768 begutachtete der dänische König Christian VII. den Brief bei einem Besuch und beschädigte ihn, als er ihn in den Stoßzahn zurückschob. "Das machte die Entzifferung doppelt schwer", berichtete Ruppelt.

Freude über einmaliges Stück der Kolonial- und Weltgeschichte

Der sogenannte "Goldene Brief", bestehend aus Gold und bestückt mit Rubinen. © Gottfried Wilhelm Leibnitz Bibliothek dpa/lni Fotograf: Gottfried Wilhelm Leibnitz Bibliothek dpa/lni Detailansicht des Bildes Für die Wissenschaft ist die Entschlüsselung eine Sensation. 2011 wird dem "Goldenen Brief" zu Ehre eine internationale Tagung stattfinden. Der luxemburgische Historiker und Birma-Experte Jacques Leider erforschte drei Jahre lang das geheimnisvolle Objekt. Die Forschungen seien aber noch lange nicht abgeschlossen, sagte Bibliotheksleiter Georg Ruppelt. Für kommendes Jahr ist eine internationale Fachtagung geplant. Nach Einschätzung des Birma-Experten Leider handelt es sich bei dem Brief um ein in seiner Art einmaliges Stück der Kolonial- und Weltgeschichte. "Es ist eine Sensation und sie passt hervorragend in unser Bemühen zu zeigen, welche alten Schätze wir hier haben", betonte Ruppelt.

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Georg I., König von England und Kurfürst von Hannover © Picture-Alliance / AKG-Images
 
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