AKTUELLES AUS DER REGION
  • Niedersachsen Regionen Niedersachsen Hannover Heide Osnabrück Oldenburg Harz
    Möglichkeit zur Auswahl der Region
 

Glaeseker-Büro im Bundespräsidialamt durchsucht

Bundespräsident Christian Wulff (li.) blickt auf seinen ehemaligen Sprecher Olaf Glaeseker (re.) © dpa Fotograf: Holger Hollemann Detailansicht des Bildes Am Donnerstag haben Mitarbeiter der hannoverschen Staatsanwaltschaft das ehemalige Amtszimmer von Glaeseker durchsucht. Im Zuge der Ermittlungen gegen Olaf Glaeseker, den ehemaligen Sprecher von Bundespräsident Christian Wulff, hat die Staatsanwaltschaft Hannover dessen Büro im Bundespräsidialamt durchsuchen lassen. Das bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover, Hans-Jürgen Lendeckel, NDR 1 Niedersachsen. Demnach hatte die Staatsanwaltschaft im Zuge ihrer Ermittlungen Unterlagen von dort angefordert. Das Bundespräsidialamt sei auch kooperativ gewesen, sagte Lendeckel. Allerdings konnte das Amt die Akten nicht ohne Weiteres nach Hannover schicken, weil vermutet wurde, dass auch private Unterlagen von Glaeseker darunter waren. Private Papiere dürfe ein Dienstherr aber nicht herausgeben, so Lendeckel. Die Behörde musste darum auf einen gerichtlichen Durchsuchungsbeschluss warten.

Computerdateien und verschiedene Unterlagen beschlagnahmt

Hans-Jürgen Lendeckel, Staatsanwaltschaft Hannover © NDR Fotograf: Jan Starkebaum Detailansicht des Bildes Laut Jürgen Lendeckel hat die Staatsanwaltschaft Unterlagen und Computerdateien beschlagnahmt. Diese werden nun ausgewertet. Laut Lendeckel waren an dem Einsatz am Donnerstagvormittag ein Staatsanwalt und mehrere Beamte des Landeskriminalamtes beteiligt. Die Ermittler haben aus Glaesekers Arbeitszimmer, das offenbar noch unaufgeräumt war, verschiedene Unterlagen und Computerdateien mitgenommen. "Das Material wird in den nächsten Tagen und Wochen in Hannover ausgewertet", so Lendeckel. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt wegen des Verdachts der Bestechlichkeit gegen den früheren Sprecher und engen Vertrauten Wulffs.

Glaeseker hat Hausverbot im Bundespräsidialamt

Mittlerweile soll der Ex-Sprecher im Präsidialamt Hausverbot haben. Laut "Bild am Sonntag" wurde ihm an der Pforte der Zutritt verweigert, als er vor wenigen Tagen in sein ehemaliges Dienstzimmer wollte. Man habe ihm mitgeteilt, "dass es im Hinblick auf ein mögliches Ermittlungsinteresse der Staatsanwaltschaft Hannover nicht möglich sei, dass Herr Glaeseker sein Büro am vergangenen Wochenende - wie ursprünglich geplant - ausräumen könne", so die Sprecherin des Bundespräsidialamtes, Petra Diroll, zu der Zeitung.

"Gefällige Förderung" des Nord-Süd-Dialogs?

Kurz vor Weihnachten hatte Bundespräsident Wulff seinen Sprecher überraschend und ohne Angabe von Gründen entlassen. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob Glaeseker in seiner Zeit als niedersächsischer Regierungssprecher unter dem damaligen Ministerpräsidenten Wulff den Veranstaltungs-Manager Manfred Schmidt, "gefällig gefördert" hat, als dieser die umstrittene Lobby-Veranstaltung "Nord-Süd-Dialog" organisiert hat. Glaeseker soll mehrere kostenlose Urlaube in Feriendomizilen Schmidts verbracht haben. Gegen Schmidt wird wegen des Verdachts der Bestechung ermittelt.

Weitere Informationen
Bundespräsident Christian Wulff © dapd Fotograf: Berthold Stadler
 

Landesbank sponserte Nord-Süd-Dialog

Neue schlechte Nachrichten für Ex-Landeschef Wulff: Die Norddeutsche Landesbank soll den Nord-Süd-Dialog mitfinanziert haben. Flossen also doch Landes-Gelder in die Privat-Party? mehr

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/hannover/glaeseker149.html
Weitere Informationen
Der ehemalige Sprecher des Bundespräsidenten Olaf Glaeseker. Aufgenommen am 13.12.2011 in Kuwait (noch im Amt als Sprecher). © dpa-Bildfunk Fotograf: Wolfgang Kumm
 

Glaeseker warb Sponsoren in Wulffs Namen

Wulffs Ex-Sprecher bezog sich beim Einwerben von Sponsorengeldern ausdrücklich auf den damaligen Ministerpräsidenten. (24.01.2012) mehr


Immer mehr Fragen an Olaf Glaeseker

Der ehemalige Wulff-Vertraute steht weiter unter Korruptionsverdacht. (19.01.2012) mehr