Die schönsten Bilder der CSD-Parade 2012
Rund 120.000 Menschen feiern auf der Parade zum Christopher Street Day in Hamburg. Viele zeigten bei dem Umzug ausgefallene Kostüme. (05.08.2012)
Bildergalerie startenBunt und schräg, fröhlich und entspannt: Rund 1.500 Homosexuelle haben am Sonnabendnachmittag den Christopher Street Day in der Landeshauptstadt gefeiert. Mit bunt geschmückten Wagen zogen sie durch die Stadt. Trotz des regnerischen Wetters hatten die Teilnehmer viel Spaß, die Stimmung war ausgelassen. Viele Pärchen waren gekommen und nahmen an einer sogenannten Kuss-Minute teil. Dabei zeigen schwule, lesbische und heterosexuelle Paare öffentlich ihre Liebe zueinander durch einen ausgedehnten Kuss.
Die Stimmung wurde allerdings durch einen Unfall getrübt, der am Ende des Festumzugs passierte. Nach Angaben der Feuerwehr löste sich an einem Festwagen seitlich eine Planke, während der Wagen auf die Veranstaltungsfläche am Klagesmarkt abbog. Sechs Personen verloren den Halt und fielen auf die Straße. Dabei wurde eine 40-jährige Frau am Kopf schwer verletzt, vier weitere Personen erlitten Prellungen und Schürfwunden.
Unter dem Motto "Endlosschleife Coming Out - Wir bleiben dran" hatte vor der bunten Parade zunächst eine Kundgebung am Steintorplatz stattgefunden. Dabei wollten die Teilnehmer ein Zeichen gegen Diskriminierung und Ausgrenzung von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen setzen, wie der Verein "Schwules Hannover" mitteilte. So gebe es zum Beispiel gegenüber pflegebedürftigen Homosexuellen immer noch Berührungsängste, die eine optimale Versorgung verhinderten. "Wir demonstrieren auch dafür, dass das Coming Out letztlich überflüssig wird und wir als Menschen wahrgenommen werden, die laut oder leise, angepasst oder ausgeflippt sind und nicht in erster Linie homosexuell, heterosexuell, bisexuell oder transident", teilten die Veranstalter mit.
Am Christopher Street Day wird mit bunten Umzügen an einen Aufstand von Homosexuellen gegen Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street im Jahr 1969 erinnert. In Deutschland fanden im Jahre 1979 in Bremen und Berlin die ersten Veranstaltungen unter der Bezeichnung Christopher Street Day statt. Größere Lesben- und Schwulendemonstrationen gab es schon seit dem Jahre 1972.