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Buttes Mörder war schon lange auffällig

Schwarzweißes Portrait von Rüdiger Butte (SPD). © dpa Fotograf: Matthias Waldeck Detailansicht des Bildes Rüdiger Butte wurde am Freitag im Hamelner Kreishaus von einem 74-jährigen Rentner erschossen. Das Motiv für den Mord am Hamelner Landrat Rüdiger Butte (SPD) ist offenbar geklärt: Nach Erkenntnissen der Polizei erschoss der 74-jährige Hans B. den Politiker am Freitag, weil unter anderem die Zwangsräumung seines Hauses in Nienstedt bei Bad Münder bevorstand. Zuvor hatte B. jahrelang mit dem Landkreis in Streit gelegen. Dabei war der mutmaßliche Schütze schon früher aggressiv aufgefallen. Ein Team des NDR wurde vor zwei Jahren von Hans B. bedroht, wie sich NDR Autorin Linda Luft erinnert. Die Polizei habe den Vorfall damals aufgenommen, es sei auch von einer Waffe die Rede gewesen, so Luft weiter. Nun stellt sich die Frage, ob die Behörden hätten hellhörig werden müssen, als B. immer wieder um einen Termin mit Landrat Butte bat.

NDR Team musste Dreharbeiten abbrechen

Im August 2010 filmte der NDR in Nienstedt am Deister. Es ging um einen nicht ordnungsgemäß angebrachten Zaun, der abgebaut werden sollte. "Ich weiß auch, dass das Wort Waffe gefallen ist, ob die da war oder nicht, daran kann ich mich nicht erinnern", sagte NDR-Autorin Luft. "Auf jeden Fall war auch die Polizei da und hat den Vorfall aufgenommen." Ein Jahr zuvor war B. wegen Verstoßes gegen das Waffengesetzes verurteilt worden, Waffen durfte B. bereits seit 1988 nicht mehr besitzen. Möglicherweise hätte man Butte vor dem Hintergrund dieses Wissens besser schützen können. Innenminister Boris Pistorius (SPD) hält speziellen Personenschutz für Landräte und Bürgermeister allerdings für nicht praktikabel: "Wie sollte das aussehen? Gerade die Kommunalpolitik lebt von der Begegnung der Menschen, von dem Offen-Aufeinander-Zugehen können", sagte Pistorius im NDR Fernsehen.

Nur Notbetrieb in Kreisverwaltung

Die Kreisverwaltung in Hameln öffnete am Montagmorgen mit einstündiger Verspätung. Die Beschäftigten trafen sich zunächst zu einer Personalversammlung. "Es wird noch dauern, bis wir alle den Verlust von Rüdiger Butte verarbeitet haben", teilte der Erste Kreisrat Carsten Vetter mit. "Bis dahin bitten wir um Verständnis, wenn im Einzelfall nicht alles so läuft, wie Sie es gewohnt sind." Vetter wird die Kreisverwaltung nach dem Tod von Butte bis auf Weiteres leiten.

Trauerfeier am 8. Mai

Neben der Zwangsräumung drohten dem verschuldeten Rentner weitere Zwangsvollstreckungen sowie der Entzug des Führerscheins, wie Polizeisprecher Dirk Barnert am Montag gegenüber NDR.de sagte. Das hätte die Auswertung von Unterlagen im Haus des Täters ergeben.

Am 8. Mai soll eine Trauerfeier für Rüdiger Butte stattfinden. Das teilte die Kreisverwaltung am Montag mit. Außerdem wurde auf der Internetseite des Landkreises Hameln-Pyrmont ein Kondolenzbuch freigeschaltet.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 27.04.2013 | 15:00 Uhr

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