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Bombe entschärft, Absperrungen aufgehoben

Nach der Entschärfung einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg sind in der hannoverschen Altstadt alle Absperrungen am Mittwoch wieder aufgehoben worden. Es gebe keinen konkreten Hinweis auf weitere Blindgänger auf dem Baugelände, teilte der Kampfmittelbeseitigungsdienst mit. Es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass bei den weiteren Erdarbeiten noch weitere Bomben entdeckt werden. Die Fläche neben dem Historischen Museum sei als grundsätzlich belastet eingestuft worden.

Stadt: Die meisten reagierten verständnisvoll

Für die Entschärfung des Blindgängers mussten am Dienstagabend 9.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Besonders für die Einsatzkräfte sei die kurzfristige Evakuierung eine Herausforderung gewesen, sagte ein Sprecher der Stadt Hannover. Insgesamt zog sie eine positive Bilanz des Einsatzes - auch wenn es am Ende etwas länger als geplant gedauert habe, das Stadtzentrum wirklich menschenleer zu bekommen.

Entwarnung gegen 4 Uhr morgens

Zunächst waren sich die Sprengstoffexperten noch unsicher, wie lange die Entschärfung des Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg dauern würde. An einem von zwei Zündern hatten sie Rost entdeckt. Doch nach rund einer Stunde gab der Kampfmittelbeseitigungsdienst gegen 4 Uhr am Mittwochmorgen Entwarnung: Die Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg war entschärft. Die Bewohner der Evakuierungszone in der Innenstadt und der Calenberger Neustadt durften zurück in ihre Wohnungen. Busse und Bahnen nahmen wieder die Fahrt auf.

700 Menschen nutzten Sammelstellen

Knapp sechs Stunden hatte die Sperrung der Innenstadt insgesamt gedauert. Ab 22 Uhr am Dienstagabend waren die Menschen in der Evakuierungszone aufgefordert, sich in Sicherheit zu begeben. Gegen 1 Uhr waren bereits 85 Prozent des Areals geräumt. Polizisten und Feuerwehrleute prüften immer wieder Häuser, um sicherzugehen, dass niemand zurückgeblieben war. Die letzten Bewohner hatten das Gebiet laut Feuerwehr bis 2.45 Uhr verlassen. 700 Menschen nutzten eine Sammelstelle der Rettungsdienste, um dort vorübergehend unterzukommen, wie ein Pressesprecher der Feuerwehr sagte. Viele seien aber bei Verwandten und Freunden untergekommen.

Hotels, Bars und Bordelle mussten geräumt werden

Von der Räumung waren neben Wohnhäusern auch viele Geschäfte, Hotels und auch Bars im Vergnügungsviertel Steintor betroffen. Das Kastens Hotel Luisenhof quartierte beispielsweise rund 100 Gäste aus und half ihnen in andere Hotels unterzukommen. Auch das Hotel an der Marktkirche war betroffen. "Es bleibt uns nichts übrig, die müssen alle raus", sagte Mitarbeiterin Gerda Strecker am Dienstag. Ein paar Gäste seien abgereist, andere hätten storniert. Die meisten seien aber verständnisvoll gewesen.

Die Bars im Rotlichtviertel Steintor mussten ebenfalls schließen. "Die Damen sind alle am Stöhnen, weil die ganze Nachtschicht ausfällt und sie nichts verdienen", sagte vor der Evakuierung ein Mitarbeiter eines Barbetriebs mit Zimmervermietung. Er befürchtete Chaos, weil er nicht daran glaubte, dass es der Polizei gelingen würde, alle Bordelle zu evakuieren. Dazu ist es nach Angaben der Feuerwehr allerdings nicht gekommen.

Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg

Bauarbeiter hatten den Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg am Dienstagmorgen in der Burgstraße neben dem Historischen Museum entdeckt. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hatte an der Fundstelle eine Konstruktion aus 49 Überseecontainern aufgebaut, um einer möglichen Druckwelle eine bestimmte Richtung zu geben. Dadurch wurde der Evakuierungsbereich in einzelne Richtungen begrenzt, sodass der Bahnhof und auch das Diakoniekrankenhaus Friederikenstift von der Evakuierung ausgenommen werden konnten.

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Eine amerikanische Fliegerbombe wird geborgen. © dpa-Bildfunk Fotograf: Peter Steffen
 

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PDF: Von der Evakuierung betroffene Straßen

Diese Straßen mussten in Hannover ab 22 Uhr evakuiert werden (PDF-Datei).

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Links

Auf der Internetseite der Feuerwehr gibt es aktuelle Informationen zum Bombenfund.

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