Mehr als ein langweiliger Provinz-Bahnhof
Bahnhöfe in der niedersächsischen Provinz sind oft Orte der Tristesse: Die Wartehalle ist düster, der Kiosk geschlossen und hinter dem Schalter steht schon längst kein Bahnbeamter mehr. Dass ein Bahnhof auf dem Land auch Anziehungspunkt sein kann, beweist das Gebäude in Barsinghausen in der Region Hannover. Es gibt kleine Geschäfte, eine Touristen-Information und die Wartehalle sieht hell und sauber aus - hier gibt es sogar eine wohl einzigartige "Kussecke". Für die freundliche Atmosphäre hat der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) gesorgt, der das alte Bahnhofsgebäude vor vier Jahren der Deutschen Bahn abkaufte.
Ein Bahnhof zum Wohlfühlen
Stand: 14.06.2013 15:44 Uhr
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Die Fassade gepflegt, die Fenster geputzt, der Vorplatz gefegt: Schon von außen wirkt das Bahnhofsgebäude in Barsinghausen freundlich und sauber. 2009 kaufte der Arbeiter-Samariter-Bund das leerstehnde Gebäude von der Deutschen Bahn - um Räume für sich zu haben. Aber nicht nur für sich selbst hat der ASB Platz geschaffen.
Auch für die Reisenden und die Bürger im Ort. Denn der vor eineinhalb Jahren wiederbelebte Bahnhof ist inzwischen Treffpunkt und Zentrum. Das Herzstück ist die Wartehalle.
Wer ein paar Minuten zu früh kommt, der muss sich im Bahnhof nicht langweilen. Hier können sich Reisende in der Bücherecke die Zeit vertreiben.
Oder sich mit einem kleinen Snack im Bistro für die Reise stärken.
Für frisch Verliebte dürfte die "Kussecke" wohl der richtige Aufenthaltsplatz in der Wartehalle sein. Manchmal gibt es auch Musikfeste.
Einmalig ist auch eine Foto-Aktion: Auf einer orangenen Bank werden Besucher fotografiert, deren Bilder an die Wand in der Wartehalle gehängt und ins Internet gestellt werden. Bahnhofsmanagerin Sarah Lang und ASB-Vorstand Werner Guder posieren dafür natürlich auch gerne.
Rund 5.000 Reisende gehen täglich im Bahnhof Barsinghausen ein und aus. Ihre Tickets können sie entweder am Automaten - oder wie in alten Zeiten am Schalter kaufen.
Und da der ASB den Bahnhof ursprünglich kaufte, um dort eigene Räume einzurichten, sind natürlich auch die vorhanden.
"Beim Wettbewerb 'Bahnhof des Jahres' haben wir gute Chancen", sagt der ASB-Geschäftsführer Jens Meier. Bei dem Wettbewerb tritt der Bahnhof Barsinghausen unter anderem gegen die Bahnhöfe von Hannover, Göttingen und Leipzig an. Meier hofft auf einen Platz weit vorne.
"Beim Wettbewerb 'Bahnhof des Jahres' haben wir gute Chancen", sagt der ASB-Geschäftsführer Jens Meier. Bei dem Wettbewerb tritt der Bahnhof Barsinghausen unter anderem gegen die Bahnhöfe von Hannover, Göttingen und Leipzig an. Meier hofft auf einen Platz weit vorne.
Bewerbung um Auszeichnung "Bahnhof des Jahres"
Damals war der ASB auf der Suche nach neuen Räumen und wurde dabei auf das leer stehende Bahnhofsgebäude aufmerksam. Seit eineinhalb Jahren betreibt der ASB nun den Bahnhof. Der Vorsitzende Werner Guder freut sich, dass das für 1,6 Millionen Euro sanierte Gebäude so gut angenommen wird. Einmalig sei eine orange Bank, auf der der ASB-Geschäftsführer Jens Meier Reisende und Besucher fotografiert. Die Bilder kommen dann ins Internet und an die Wand in der Wartehalle. Mit diesem "Zentrum für die Bürger" hat sich der ASB beim Wettbewerb zum kundenfreundlichsten "Bahnhof des Jahres" beworben - und tritt dabei gegen Hannover, Göttingen und Leipzig an. Auch eine neue Idee gibt es schon: Auf dem stillgelegten Gleis drei soll ein Schlafwagen-Hotel entstehen.