Eine Stadt vereint gegen braune Aufmärsche
Die Bürger wollen mit vereinten Kräften gegen braune "Trauermärsche" vorgehen. (11.12.2011) mehr
Seit Jahren wehren sich die Bürger Bad Nenndorfs gegen die "Trauermärsche" der Neonazis. (Archiv)
Möglicherweise gab es einen direkten Kontakt zwischen der rechtsextremen Zwickauer Terror-Gruppe und den Organisatoren sowie Teilnehmern der "Trauermärsche" von Neonazis in Bad Nenndorf. Diese Möglichkeit sieht das Bündnis "Bad Nenndorf ist bunt - gegen Rechtsextremismus". In einem Brief hat der gerade erst gegründete Verein nun Innenminister Uwe Schünemann (CDU) und Verfassungsschutzpräsident Hans-Werner Wargel gebeten, zu prüfen, ob es diese Verbindung zwischen den rechtsextremen Gruppen gegeben hat.
Der neu gegründete Verein will sich weiterhin gegen die Kundgebungen der Neonazis in der Kurstadt wehren. Außerdem soll er in Zukunft unter anderem kontinuierliche Informations- und Bildungsarbeit zum Thema Rechtsextremismus leisten. Dabei spielt für den Verein eine wichtige Rolle, dass die Rechtsextremisten ihre alljährlichen Aufmärsche in Bad Nenndorf bis zum Jahr 2030 bei den Behörden angemeldet haben.
Diese "Trauermärsche" werden seit 2006 von Rechtsextremisten immer wieder im August in der Kurstadt organisiert. Mit der Gründung des Vereins wolle man dem Widerstand gegen die rechten Demonstranten jetzt eine feste Struktur geben, sagte Mitbegründer Jürgen Übel. Die "Aktion für Demokratie und Toleranz" hat die Arbeit des Vereins als vorbildlich eingestuft und ihm einen mit 3.000 Euro dotierten Preis verliehen. Dabei hätten viele Menschen in den ersten Jahren lieber weggeschaut, als die Neonazis kamen, sagte Apotheker Übel. Heute sei das Bündnis "Bad Nenndorf ist bunt" eine weit über die Grenzen der Kurstadt hinaus anerkannte "Marke für Demokratie und Toleranz" geworden.