Finanzielle Zuschüsse für Ausbildungsbetriebe sollen Chance für schlechte Schüler auf dem Ausbildungsmarkt verbessern. (Archivbild)
3.000 Euro Zuschuss bietet die Landesregierung Firmen für jeden neuen Azubi mit einem schlechten Hauptschul-, einem Förderschul- oder gar keinem Abschluss. Bis zu sechs Millionen Euro will das Land Niedersachsen für diese Förderung ausgeben und so die Chancen der Schulabgänger mit schwierigen Ausgangsbedingungen verbessern. Dieses Budget würde für 2.000 Bewerber reichen. Die Resonanz auf das Angebot sei bisher gut, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium, es hätten bereits zahlreiche Betriebe Interesse gezeigt.
So groß das Interesse der Firmen ist, so laut ist die Kritik der Industrie- und Handelskammer Hannover an dem neuen Programm. Die Zuschüsse würden vielleicht die Bilanzen der Unternehmen kurzfristig verbessern, den jungen Azubis aber wenig helfen. Die IHK bevorzugt statt finanzieller Beigaben, schwächere Schüler zum Beispiel durch hochwertige Praktika besser auf den Einstieg in die Arbeitswelt vorzubereiten.
Die Firma Reintjes in Hameln bekommt kein Geld aus dem Zuschuss-Programm des Landes, sondern profitiert von einer ähnlichen Initiative der Stiftung NiedersachsenMetall. Drei Azubis mit Hauptschulabschluss fangen im August bei dem Schiffbauzulieferer an, jeder bringt einen Zuschuss von 5.000 Euro. Deshalb hat Reintjes die jungen Männer laut Geschäftsführer Christian Schliephack aber nicht ausgewählt.
In seinem Unternehmen sei es schon seit Jahren Usus, auch schwächere Schulabgänger einzustellen – auch ohne Bonus-Zahlungen. Die dürften höchstens ein zusätzlicher Anreiz sein, aber nicht der Auslöser für eine solche Entscheidung. Laut Schliephack müssten für Unternehmen andere Gründe den Ausschlag dafür geben, Hauptschüler als Auszubildende einzustellen. Seine Firma habe in dieser Gruppe immer besonders motivierte Azubis gefunden, die ihren Kollegen in nichts nachgestanden hätten. Finanzielle Zuschüsse von ein paar Tausend Euro würden dagegen auf lange Sicht nicht entscheidend dazu beitragen, die Chancen der vermeintlich schwächsten Kandidaten zu verbessern.