Proteste gegen Stromtrasse in Südniedersachsen
Die Gegner befürchten Elektrosmog und eine Verschandelung der Landschaft. (17.04.2007) mehr
Landwirte, Bürgerinitiativen und Gemeinden haben zu Protesten aufgerufen. (Archivbild)
In den Landkreisen Hildesheim und Wolfenbüttel sowie der Stadt Salzgitter haben am Sonnabendnachmittag mehr als 700 Gegner einer geplanten Hochspannungstrasse protestiert. An den Demonstrationszügen haben Fahrradfahrer, Reiter und Treckerfahrer teilgenommen. Dazu aufgerufen hatten Landwirte, Bürgerinitiativen und Gemeinden. Die 100 Meter breite oberirdische Trasse vom Landkreis Peine nach Nord-Hessen hat seit den ersten Planungen im Jahr 2007 zu zahlreichen Protestaktionen von Bürgerinitiativen geführt. Die Gegner befürchten gesundheitliche Risiken, einen Werteverlust ihrer Immobilien und eine Verschandelung der Landschaft.
Zahlreiche Bürgermeister und Landräte aus Südniedersachsen haben am Freitag Widerstand gegen die geplante Hochspannungstrasse angekündigt. "Wir wollen die Freileitung verhindern und werden deshalb den Rechtsweg bis zum Ende ausschöpfen", sagte der Bad Gandersheimer Bürgermeister Heinz-Gerhard Ehmen (parteilos). Als Gründe führte er gesundheitliche sowie wirtschaftliche Aspekte an. Besonders im touristischen Bereich wird mit Einbußen gerechnet. Deshalb fordern Bürgermeister und Landräte eine unterirdische Leitung.
Mit der geplanten knapp 200 Kilometer langen Hochspannungsleitung soll die an der Küste erzeugte Windenergie ins Landesinnere geschafft werden. Niedersachen und Hessen überprüfen derzeit in einem Raumordnungsverfahren, ob die geplante Strom-Freileitung mit Mensch und Natur vereinbar ist. Ende nächster Woche endet die Frist für Eingaben gegen das Projekt.