Wiesenhof-Reportage sorgt für Entsetzen
In der ARD lief am Mittwoch eine Reportage über den Geflügelkonzern. (14.09.2011) mehr
Wiesenhof braucht mehr Wasser für seinen Schlachthof in Lohne. Zwei Millionen Hähnchen werden hier pro Woche geschlachtet.
Die ewig junge Geschichte vom David und dem Goliath ist um ein Kapitel reicher. Es spielt allerdings nicht im Heiligen Land - sondern in Vechta. Dort hat der größte Geflügelproduzent Deutschlands, die Firma Wiesenhof, vor Gericht eine empfindliche Niederlage einstecken müssen. Wiesenhof plante, das Grundwasser in der Umgebung rund um seinen Schlachthof in Lohne anzuzapfen. Und im Zuge dieser Pläne sollten Leitungen über angrenzende Grundstücke geführt werden. Das untersagte das Amtsgericht Vechta am Donnerstag.
Das Gericht schätzt das Interesse der Grundstückseigentümer höher ein als die geplante Nutzung im Gewerbebetrieb. Die Anlieger befürchten eine Absenkung des Grundwassers durch die Wasserentnahme von Wiesenhof. Dadurch würden Felder verdorren oder Gewässer austrocknen. Wiesenhof lässt in Lohne wöchentlich etwa zwei Millionen Hähnchen schlachten und will diese Zahl in Zukunft noch erhöhen. Ein Anwalt des Unternehmens kündigte bereits an, dass er Berufung einlegen werde.