Es muss nicht immer Tiefkühlpizza sein
Sternekoch Thomas Bühner kocht in Osnabrück mit Studenten. (25.10.2011) mehr
Niedersachsens Weltklasse-Köche: Thomas Bühner (r) und Sven Elverfeld. (Archiv)
Es ist die begehrteste Auszeichnungen in Deutschlands Restaurant-Küchen, die Maßeinheit, mit der sich die Spitzenköche untereinander messen: der "Michelin"-Stern. Zwei davon konnte das Osnabrücker Restaurant "La Vie" mit Küchenchef Thomas Bühner bereits vorweisen, schon das spricht für eine große Leistung. Jetzt hat er sogar den dritten bekommen. In der Nacht zu Dienstag hat die "Michelin"-Redaktion die Entscheidung über ihre Sterne-Verteilung verkündet. Bühner und das "La Vie" sind damit in der Weltspitze angekommen - denn mehr Sterne hat der Restaurantführer nicht zu vergeben.
Im "La Vie" in Osnabrück wird der Gaumen der Gäste jetzt von einem Drei-Sterne-Koch verwöhnt.
"Ich bin total überrascht", sagte Bühner im NDR Interview. Die letzten Tage vor der Entscheidung haben ihn viele Nerven gekostet. "Aber jetzt bin ich total glücklich." Der 49-Jährige ist neben Sven Elverfeld vom Wolfsburger "Aqua" jetzt der zweite Spitzen-Koch in Niedersachsen.
Norddeutschland schnitt in dem wichtigsten Restaurantführer mit dem Aufstieg Bühners und je zwei Zwei-Sterne-Häusern in Hamburg und Schleswig-Holstein besonders gut ab. In Hamburg sind es das "Haerlin" und "Jacobs", in Schleswig-Holstein das "Buddenbrooks" (Lübeck-Travemüde) und das "La Mer" (List auf Sylt).
Insgesamt hat der Gourmet-Führer die Zahl der Sterne-Restaurants bundesweit von 237 auf 249 erhöht. "Wir haben eine goldene Generation von jungen Köchen mit Top-Ausbildung, die ehrgeizige Ziele verfolgen», sagte "Michelin"-Chefredakteur Ralf Flinkenflügel. "Viele haben eine eigene Handschrift entwickelt, kochen sehr technisch, ohne aber den Geschmack oder die Harmonie ihrer Gerichte zu vernachlässigen."
Im Trend der Spitzenköche liegen laut Flinkenflügel modernisierte regionale Rezepte und die nordische Küche: "Dabei wird Gemüse mehr und mehr in Szene und geschickter eingesetzt." Das gelte auch für Bühner in Osnabrück, der auf seinen Tellern bis zu 20 einzeln bearbeitete Zutaten raffiniert zusammensetzt und zur Aromaverstärkung modernste Techniken wie einen Vakuumverdampfer nutzt.