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Emlichheimer wollen keine Mega-Mastanlage

Ein Geflügelzüchter beim Kontrollgang durch seinen Hähnchenstall. © dpa - Bildfunk Fotograf: Ingo Wagner Detailansicht des Bildes Für bis zu 330.000 Tiere soll die geplante Mastanlage ausgelegt sein. (Archivbild) In einer Marathonsitzung hat der Landkreis Grafschaft Bentheim am Dienstag über die Einwendungen von Naturschutzverbänden und Anwohnern gegen eine geplante Hähnchenmastanlage beraten. Ein Landwirt will im Ortsteil Weusten in der Samtgemeinde Emlichheim einen Maststall für rund 330.000 Tiere errichten. Insgesamt hatten die Kreisverwaltung 48 Einwendungen gegen die geplante Großanlage erreicht.

Gesundheits-, Geruchs- und Verkehrsbelastung befürchtet

Massentierhaltung von Hühnern in einer Geflügelfarm in Twistringen. © dpa Fotograf: Peta Detailansicht des Bildes Die geplante Mastanlage gefährdet nach Ansicht von Anwohnern und Naturschützern die Gesundheit der Bevölkerung. (Archivbild) Den meisten Einwendern ging es um befürchtete Staub- und Geruchsbelästigungen, sowie die Gefahr durch sogenannte Bioaerosole. Das sind luftgetragene Partikel biologischer Herkunft - also beispielsweise Pilze, Bakterien und Viren. Sie können zu Atemwegs- und allergischen Erkrankungen führen. Außerdem erwarten einige Beschwerdeführer eine Zunahme der Verkehrsbelastung durch an- und abfahrende LKW. Und nicht zuletzt haben viele Angst davor, dass ihre Häuser enorm an Wert verlieren könnten, wenn die Anlage erst einmal in der Nachbarschaft steht.

Gefährdung der bäuerlichen Entwicklungsstrukturen

Die Bürgermeisterin der Samtgemeinde Emlichheim, Daniela Kösters (parteilos) sieht darüber hinaus die ländliche Struktur ihrer Gemeinde bedroht. "Ich sehe durch diese Art von Betrieben schon eine Gefährdung der bäuerlichen Entwicklungsstrukturen. Das nimmt eine Größenordnung an, die aus meiner Sicht nicht mehr verträglich ist", sagte Kösters.

Rastplatz für Gänse und Schwäne

Ein Schwarm Wildgänse fliegt auf © NDR Fotograf: Peter Koch, Moormerland Detailansicht des Bildes Bei dem betroffenen Gebiet soll es sich nach Angaben des NABU um einen wichtigen Rastplatz für Wildgänse und Schwäne handeln. Und auch Naturschützer kritisieren die Pläne des Landwirts: "Das Gebiet, auf dem die Anlage entstehen soll, ist ein Rastplatz von internationaler Bedeutung für nordische Gänse und Schwäne, und außerdem ein Wiesenvogel-Schutzgebiet", sagt Katja Hübner vom Regionalbüro Emsland/Bentheim des Naturschutzbundes (NABU).

Landkreis sieht derzeit keine Möglichkeit, Bauantrag abzulehnen

Ein Hühnerstall. © picture alliance / dpa, fotolia.com Fotograf: Carmen Jaspersen, Michael S. Schwarzer Detailansicht des Bildes Die Mastanlage wird wohl gebaut werden - wenn auch mit Verzögerung: Der Landwirt soll seinen Antrag noch einmal geändert haben. Im Vorfeld der Anhörung hatte der zuständige Sachbearbeiter betont, dass der Landkreis bislang keine Möglichkeit habe, den Bauantrag abzulehnen. Und auch Samtgemeindebürgermeisterin Kösters geht davon aus, dass die Anlage kommt. Vielleicht mit etwas Verzögerung: Laut Kösters soll der Landwirt seinen Antrag noch einmal geändert haben. Die Tiere sollen nun ein höheres Schlachtgewicht bekommen, als ursprünglich geplant. Dies könnte dazu zum Beispiel dazu führen, dass mehr LKW für den Abtransport erforderlich werden.

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Mastanlage © dpa Bildfunk Fotograf: Frank May
 

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