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Was nützt ein Fahrstuhl ohne Strom?

Der Bahnhof von Diepholz © NDR Fotograf: Tobias Romberg Detailansicht des Bildes Für rund elf Millionen Euro wird der Diepholzer Bahnhof samt Vorplatz derzeit saniert. Kennen Sie Schilda? Die Einwohner dort haben mal ein neues Rathaus gebaut, dabei allerdings vergessen, Fenster einzuplanen. Deshalb war es im neuen Rathaus stockfinster. Die Schildbürger wollten dann Abhilfe schaffen, indem sie mit Säcken Sonnenlicht fingen und ins Rathaus trugen. Hat natürlich nicht geklappt! Ganz so schlimm ist die Lage in Diepholz nun wirklich nicht. Aber die Geschichte vom neuen Fahrstuhl am Bahnhof würde ganz gut in die Anekdoten-Sammlung von den Schildbürgerstreichen passen.

Seit einem halben Jahr steht der Fahrstuhl

Seit Monaten sanieren Stadt und Deutsche Bahn den Diepholzer Bahnhof. Für insgesamt rund elf Millionen Euro. Die Stadt hat unter anderem den Bahnhofsvorplatz auf Vordermann gebracht, die Bahn den Zugang zu den Gleisen 2 und 3. Für Gehbehinderte steht dort seit etwa einem halben Jahr ein Fahrstuhl - im wahrsten Sinne des Wortes, denn er bewegt sich nicht.

Stromanschluss vergessen!

Der Diepholzer Bürgermeister Thomas Schulze (FDP) weist auf einen Fahrstuhl. © NDR Fotograf: Tobias Romberg Detailansicht des Bildes Bürgermeister Schulze ärgert sich über die "organisierte Nichtzuständigkeit" bei der Deutschen Bahn. "Nach meiner Kenntnis ist es so, dass einfach vergessen wurde, einen Stromanschluss für den Aufzug zu legen", sagt Bürgermeister Thomas Schulze (FDP). Dabei ließe sich der Fahrstuhl eigentlich problemlos an das Stromnetz des Bahnhofs anschließen. Die Bahn allerdings teilt mit, dass das eben doch nicht so einfach geht. Denn Diepholz liegt an einer Strecke des Transeuropäischen Verkehrsnetzes. Das hat zwar mit Stromversorgung an sich nichts zu tun, dafür aber mit dem Genehmigungsverfahren. Was einigen Mitarbeitern bei der Bahn offenbar nicht klar war. Nun sind neue Anträge nötig, Zuständigkeiten müssen geklärt werden. Das ärgert den Bürgermeister: "Wir haben den Eindruck, dass das System Bahn - und ich meine ausdrücklich nicht den einzelnen Mitarbeiter, sondern das Gesamtsystem - als die organisierte Nichtzuständigkeit beschrieben werden kann!"

Bahnkunden müssen Umwege in Kauf nehmen

Bürger Johann von Pruski steht auf einem Bahngleis in Diepholz. © NDR Fotograf: Tobias Romberg Detailansicht des Bildes "Mit zwei Koffern über die alte Holzbrücke." Von Pruski ärgert sich, dass er den Aufzug immer noch nicht benutzen kann. Und damit spricht der Bürgermeister seinen Diepholzern aus dem Herzen: Denn auch zahlreiche Bahnkunden sind sauer. Unter anderem, weil sie seit Monaten Umwege in Kauf nehmen müssen. So wie der 74-jährige Johann von Pruski: "Ich habe mich besonders geärgert, als ich vor kurzem aus Ägypten kam. Da war ich 20 Stunden unterwegs und musste mit zwei Koffern über diese alte Holzbrücke." Die Bahn bedauert solche Unannehmlichkeiten und hofft laut einer Sprecherin, dass der Aufzug noch in diesem Sommer in Betrieb geht. Allerdings fehlen außer dem Stromanschluss auch die Knöpfe am Fahrstuhl. Hoffentlich hat jemand daran gedacht!

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/emsland/fahrstuhl129.html
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