Stand: 21.02.2013 19:04 Uhr
Osnabrück: VW fährt sein Ein-Liter-Auto vor
Von oben soll es ein bisschen aussehen wie ein Delfin, zudem ist es leicht und ungewöhnlich flach: das erste Ein-Liter-Auto von Volkswagen. Am Donnerstag hat Europas größter Autobauer den Wagen in Osnabrück vorgestellt. Hier soll das Model XL1 künftig am ehemaligen Karmann-Standort vom Band laufen. Eine Massenproduktion ist allerdings nicht geplant. Pro Jahr sollen später maximal 500 Autos produziert werden, schätzen Experten.
Osnabrück baut den neuen XL1
Stand: 21.02.2013 15:27 Uhr
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Futuristisch: Das ist das Ein-Liter-Auto von VW.
Keine Angst, so wird uns der neue Volkswagen nicht auf den Straßen begegnen. Dies ist lediglich der Rohbau des Wolfsburgers.
Eigentlich ist der präsentierte VW aber ein waschechter Osnabrücker.
In Niedersachsens drittgrößter Stadt wird der Wagen gebaut.
Zukunftsorientiert ist auch der Name des Flitzers: XL 1
Osnabrücks Werksleiter Ludger Teeken machte es sich auch schon einmal auf dem Fahrersitz bequem.
Grund zur Freude hat er allemal, schließlich konnte sich sein Werk den Produktionsauftrag gegen die Konkurrenz der VW-Werke aus Dresden und Wolfsburg sichern.
Sieht aus wie ein Laserdrucker, ist aber keiner. Das ist vielmehr die Batterie des XL 1.
Ein mit Technik vollgestopfter Motorraum. Und der Witz ist,....
...das ist gar nicht der Motor! Der sitzt nämlich vor der Hinterachse. Hier vorn ist die gesamte übrige Technik untergebracht.
Das Lenkrad ist unten etwas abgeschnitten - um Platz zu sparen.
Der XL 1 ist mit einem Automatik-Getriebe ausgestattet.
Seitenspiegel braucht der City-Flitzer nicht. Er besitzt Kameras und kleine Flachbildschirme im Innenraum.
Der Verzicht auf Außenspiegel trägt auch zum geringen Luftwiderstand bei.
Trotz aller Einsparungen: Das kleine Modell des XL1 hat auf den leicht versetzt angeordneten Sitzen genug Platz für zwei Personen.
Der durchschnittliche Verbrauch soll bei 0,9 Litern pro 100 Kilometer liegen...
...und dem 795 Kilogramm leichten Fahrzeug damit eine ausreichende Reichweite ermöglichen.
Die Produktion ist bereits angelaufen - in Kleinserie.
Die ersten Autos werden exklusiv an einen ausgewählten Kundenkreis von 50 Personen verleast.
Das Auto und die Macher: (v.l.): Ulrich Hackenberg (Markenvorstand), Friedrich Wegert (Technische Entwicklung), Holger Bock (Projektleiter), Heinz-Jakob Neusser (Aggregat-Entwicklung), Ludger Teeken (Werksleiter Osnabrück)
Das Auto und die Macher: (v.l.): Ulrich Hackenberg (Markenvorstand), Friedrich Wegert (Technische Entwicklung), Holger Bock (Projektleiter), Heinz-Jakob Neusser (Aggregat-Entwicklung), Ludger Teeken (Werksleiter Osnabrück)
Piëchs Ideen fließen mit ein
Um den besonders niedrigen Verbrauch von 0,9 Litern auf 100 Kilometer zu erreichen, erhält der XL1 eine besondere Form und Ausstattung. Er ist flacher als ein Porsche, hat Flügeltüren und verkleidete Hinterräder. Zudem sitzt in der hochentwickelten Karosserie aus Kohlefaser der Beifahrer versetzt hinter dem Fahrer - eine Idee des VW-Firmenpatriarchen Ferdinand Piëch. Nur knapp 800 Kilogramm bringt der XL1 auf die Waage. Angetrieben wird der Schwingtürer mit Plug-In-Hybrid-Technik aus einem Zweizylinder-Dieselmotor (48 PS) und einem Elektromotor (27 PS). Die Batterien können auch an der Steckdose aufgeladen werden (Plug-In) und reichen nach Angaben von VW für eine Strecke bis zu 50 Kilometern. Die Spitzengeschwindigkeit des Ein-Liter-Autos liegt bei 160 Stundenkilometern.
Zunächst nur eine Kleinserie mit 50 Fahrzeugen
Bei der Präsentation zeigten sich die 1.900 VW-Mitarbeiter stolz darüber, dass der XL1 größtenteils am Standort Osnabrück entwickelt wurde. Bis September sollen 50 Exemplare gebaut werden. Dann werde man überprüfen, wie groß die Nachfrage ist, sagte der Leiter der Osnabrücker VW-Niederlassung, Ludger Teeken. Die Kosten für das Ein-Liter-Auto werden auf 50.000 bis 100.000 Euro geschätzt. In den regulären Verkauf kommt das Hightech-Auto aber erst mal nicht: Nur ausgesuchte Kunden in Deutschland und Österreich sollen die Fahrzeuge leasen können.
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