Deprimierendes Emsland
Youtube-Videokanal der "Deichkönigin"
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Wenn es um ihre Traditionen geht, verstehen einige Emsländer keinen Spaß.
Die Frau nennt sich "Deichkönigin" und kommt offenbar aus dem Emsland. So viel oder besser so wenig weiß man über die Filmerin, die auf dem Internetportal "YouTube" seit einiger Zeit kurze Videospots unter dem Titel "Deprimierendes Emsland" veröffentlicht. Die Videos geben Einblicke in den Landstrich und seine Menschen - mit einem Humor, der aber nicht allen gefällt.
Es sind Filmsequenzen wie diese, gerade einmal 35 Sekunden lang, die im Netz für Aufregung sorgen: Eine statische Kamera fängt die Szene mit der Frau bei der Landesmeisterschaft im Jagdhornblasen in Sögel ein. Sie steht am Mikrofon und sagt: "Der Kreisbläserobmann lässt bitten, dass alle Zuschauer den abgesperrten Bereich verlassen, weil sonst der Blick auf das gemeinsame Blasen nicht gegeben ist."
Für die "Deichkönigin" sind solche Ereignisse "skurril und lustig". "Man steht in einer Situation, wo man sich fragt, warum keiner merkt, dass es da so lustig ist." Über das anzügliche "gemeinsame Blasen" hätten nur sie und ihre Begleiter lachen können, sagt sie.
Mit den heftigen Reaktionen der User hat die "Deichkönigin" nicht gerechnet.
Im Internet ist die Empörung groß. Ein User fragt: "Was ist in deinem Leben falsch gelaufen, dass du solche Videos machst?" Er merkt noch an: "Wenn du das Emsland scheiße findest, dann verpiss dich einfach! Solche wie dich brauchen wir hier nicht!" Ein anderer schreibt sinngemäß, dass keiner gezwungen werde, dort Urlaub zu machen oder gar zu wohnen. "Also, was soll der .....?"
Mit solch heftigen Reaktionen hat die "Deichkönigin", die ihren wahren Namen nicht öffentlich machen möchte, nicht gerechnet. Ihren ersten Film habe sie Anfang 2010 an einem Sonnabendnachmittag in der menschenleeren Meppener Fußgängerzone gedreht, erzählt sie. Das positive Feedback habe sie ermutigt, weitere Filme zu drehen. Der Titel der Reihe gehe auf den ersten Film aus Meppen zurück, sagt sie. Heute finde sie ihn aber nicht mehr gut. Sie wolle das Emsland nicht mies darstellen, sondern vielmehr so, wie sie es sehe.
Beim Landkreis Emsland hält man sich mit einer Bewertung der Streifen zurück. Sie wolle deren Inhalt nicht kommentieren, sagte Sprecherin Anja Rohde, merkt aber an, dass das Interesse der Internetnutzer an den Filmchen mit etwa 300 bis 1.500 Klicks relativ gering sei. Dagegen fänden andere Filme wie das Ausdocken eines Schiffs der Meyer-Werft mit 6.752 Aufrufen oder die Fuchsjagd in Sögel mit 1.115 Klicks weit mehr Zuspruch.
Auf "YouTube" melden sich auch User, die differenzieren: "Ich kenne einige Menschen die aus der Stadt extra in Emsland ziehen, gerade weil es hier nicht(!) deprimierend ist (...) Aber: Ich finde auch, man sollte sich nicht über solche Dinge aufregen. Ostfriesen regen sich auch nicht so über Ostfriesenwitze auf."