Enorme Preissteigerung bei Ackerland
Aufgrund des Biogas-Booms sind die Preise für Ackerland im Emsland in die Höhe geschossen. Davon profitieren auch Landbesitzer Theodor Kreuzmann und sein Agrarmakler Josef Limbeck.
Bildergalerie startenTheodor Kreutzmann steht auf seinem Ackerland an dem emsländischen Fluss Radde und ballt die Faust. Vor sechs Jahren verkaufte er sechs Hektar für 117.000 Euro an die Gemeinde Werlte. "Das ärgert mich. Wenn wir das Gleiche heute verkaufen würden, dann hätten wir mindestens das Dreieinhalb- bis Vierfache bekommen", sagt der pensionierte Lehrer. Weil Kreutzmann glaubt, sein Ackerland damals unter Wert verkauft zu haben, wendet sich der 64-Jährige seither an einen Agrarmakler aus Meppen.
Die Preise für Ackerland im Raum Weser-Ems explodieren. In den letzten Jahren haben sie sich mehr als verdoppelt. Josef Limbeck aus Meppen kennt sich mit dieser Entwicklung genau aus.
Vor zwei Jahren vermakelte Josef Limbeck zum ersten Mal das Land von Kreutzmann. Nach den Bodenrichtwerten lag ein Hektar Grünland bei 12.000 Euro. Limbeck pries die drei Hektar daraufhin über sein Kundennetzwerk an. Die Reaktion war für Landbesitzer Kreutzmann überwältigend: "Daraufhin haben sich mehrere gemeldet. Dann haben sich die Angebote überschlagen." Am Ende habe er mehr als 20.000 Euro pro Hektar bekommen.
Der Biogas-Boom beschert Grundbesitzer Kreutzmann ein Spitzengeschäft mit seinem Ackerland.
Noch nie liefen die Geschäfte des Agrarmaklers Limbeck so gut wie heute. Die Kaufpreise für Ackerland explodieren. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre haben sie sich im Landkreis Emsland mehr als verdoppelt. Von solchen Wertsteigerungen können die Grundbesitzer in anderen Regionen nur träumen. Durchschnittlich stieg der Preis für Ackerland in Niedersachsen in 15 Jahren nur um etwas mehr als 50 Prozent. Limbeck erklärt die besonders starke Wertsteigerung in der Weser-Ems-Region unter anderem mit dem Boom von Biogasanlagen: Jede von ihnen benötigt durchschnittlich 200 Hektar Fläche.
"Die Landwirte suchen Land, weil sie für den Maisanbau und für die Viehhaltung die Flächen unbedingt benötigen. Aber auch Gemeinden suchen dringend Flächen, um Wohnbauland und Gewerbeland zu schaffen", erklärt der Agrarmakler. "Aufgrund der guten Wirtschaftslage im Emsland hat dieser Trend stark zugenommen." Ein Ende dieses Booms sieht Limbeck noch lange nicht: "Ich denke, dass die Preise gegenüber dem letzten Jahr noch einmal um zehn Prozent steigen werden."
Das nächste Geschäft steht bereits an: Kreutzmann verlangt für eine 2,8 Hektar große Fläche bis zu 400.000 Euro von einer emsländischen Gemeinde. Limbeck glaubt sogar, dass er eine halbe Million Euro dafür bekommen könnte, weil das Ackerland in Bauland umgewandelt werden soll. Vor 30 Jahren hatte das Land noch einen Wert von 2.000 Euro. Von einer solchen Rendite können selbst Börsenmakler nur träumen.
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