Verkehrsmeldungen aus Mecklenburg-Vorpommern
Staus, Baustellen, Gefahrenhinweise - die aktuelle Verkehrslage mehr
Am Donnerstag kam es auf rutschigen Straßen vermehrt zu Unfällen. (Symbolbild)
Bei einem Unfall nahe Crivitz östlich von Schwerin ist am Donnerstagmorgen eine Frau ums Leben gekommen. Laut Polizei war die Frau mit ihrem Wagen in einer Kurve von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Rettungskräfte konnten die Fahrerin aus dem Auto befreien, sie starb aber noch am Unfallort an ihren Verletzungen. Die Rettungskräfte vor Ort vermuten, dass die Frau auf der rutschigen Straße zu schnell gefahren ist.
Auch auf der A 24 gab es am Morgen in Westmecklenburg gleich sieben Glätteunfälle. Allein fünf auf der Strecke zwischen Hagenow und Zarrentin. Nach Einschätzungen der Polizei waren die Fahrzeuge zu schnell und kamen deshalb von der Fahrbahn ab. Die Unfälle verliefen aber glimpflich.
Nach dem strengen Frost der vergangenen Tage mit Temperaturen jenseits der Marke von minus 20 Grad haben Hausbesitzer vielerorts in Mecklenburg-Vorpommern nun vermehrt mit Wasserrohrbrüchen zu kämpfen. Wegen eines solchen musste das Schleswig-Holstein-Haus in Schwerin am Donnerstag schließen. Wie die Chefin der Einrichtung, Heidrun Hamann, mitteilte, war in der Nacht in der oberen Etage ein Rohr gebrochen. Die derzeit ausgestellten Werke des Künstlers Olaf Nehmzow seien nicht beschädigt worden. Die Ausstellung musste aber wegen der feuchten Wände und Decken abgehängt werden. Die Schadenshöhe ist noch nicht bekannt.
Immer häufiger machen derzeit Wasserrohrbrüche Feuerwehren, Klempnern und Hausbesitzern zu schaffen.
Allein in Westmecklenburg musste die Feuerwehr deshalb in den vergangenen zwei Tagen zu 15 Einsätzen ausrücken. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers war die gesamte Region mitsamt der Städte Wismar, Selmsdorf, Schwerin, Banzkow und Parchim betroffen. Der Wasserversorger Kühlung rückte in den vergangenen Tagen 38-mal aus. Neben Rohrbrüchen waren vor allem Wasserzähler und Leitungen in Privathaushalten eingefroren. Wenn kein Wasser mehr fließt, sollen die Kunden die Hauptleitung abdrehen und die Service-Mitarbeiter anrufen, sagte Ilona Seelmann vom Zweckverband. Außerdem rät sie, Kellerfenster geschlossen zu halten, freiliegende Leitungen zu entleeren und auf Plusgrade in Hauswirtschaftsräumen zu achten. Wasserrohrbrüche waren in den vergangenen Tagen bereits auch aus Rostock, Greifswald, Rügen und Usedom gemeldet worden.
Wasserinstallateure und Klempner zeigten sich angesichts der Vielzahl der Fälle überrascht. Denn eigentlich müsste es erst noch ein paar Grad wärmer werden, damit das gefrorene Wasser in den geplatzten Leitungen wieder flüssig wird und austritt. Dementsprechend könnte vielen Hausbesitzern das Schlimmste noch bevorstehen. Nicht mehr wärmende Heizungen und nicht fließendes Leitungswasser sind die deutlichsten Indikatoren für einen möglichen Wasserrohrbruch. Experten raten wegen Brandgefahr davon ab, in solchen Fällen selbst zu versuchen, die Leitungen wieder aufzutauen. Stattdessen sollte ein Klemper gerufen werden. In der Regel sind Schäden durch Wasserrohrbrüche von der Hausratversicherung abgedeckt.
Glimpflich ist die Frostperiode der vergangenen Tage für einige Schweriner verlaufen. Nach Angaben der Berufsfeuerwehr wurden 17 Menschen vor dem Kältetod gerettet. Meistens brachte der Rettungsdienst Obdachlose sowie betrunkene Frauen und Männer ins Klinikum. Sie waren jeweils stark unterkühlt, hatten aber Glück und zogen sich keine Erfrierungen zu. Beispielsweise soll ein Obdachloser stundenlang bei eisiger Kälte in einer Bushaltestelle an einer vielbefahrenen Hauptstraße gelegen haben, erst dann alarmierte ein Passant den Notruf. Der Rettungsdienst werde häufig gerufen, wenn ein Tier in Not sei, sagte Feuerwehr-Chef Jürgen Rogmann, aber nicht, wenn ein Mensch Hilfe benötige. Das mache ihn nachdenklich, gerade jetzt in der kalten Jahreszeit.
Auch Tiere haben zunehmend unter der Kälte zu leiden. In Klein-Kussewitz östlich von Rostock ist eine Kuh auf einer überfluteten und zugefrorenen Wiese eingebrochen. Sie fror fest. Die Feuerwehr versuchte sie mit Decken zu wärmen, bevor ein mutiger Baggerfahrer sich auf die Eisfläche wagte und die Unglückskuh mit einem Seil aus dem Eisloch befreite. Erschöpft aber am Leben wurde das Tier zum Aufwärmen in einen Stall gefahren.
Mancherorts in Mecklenburg-Vorpommern fielen die Temperaturen in der Nacht zum Montag so tief wie seit 25 Jahren nicht mehr.
Mit Temperaturen, die mancherorts deutlich unter minus 20 Grad lagen, hatte Mecklenburg-Vorpommern in der Nacht zum Montag die kälteste Nacht seit 25 Jahren erlebt. Am tiefsten sank die Temperatur im vorpommerschen Usedom-Stadt auf der Insel Usedom mit minus 29,1 Grad.
Die niedrigen Temperaturen wurden in Passow bei Lübz im Landkreis Ludwigslust-Parchim zu Wochenbeginn fast zur Lebensgefahr. Ein Renterehepaar hatte seit Tagen das Haus nicht mehr beheizt und saß bei fünf Grad in den eigenen vier Wänden. Der Sohn bemerkte bei einem Besuch den kritischen Zustand der 74 und 80 Jahre alten Eheleute und alarmierte die Rettungskräfte. Die Frau und der Mann seien zwar noch bei Bewusstsein, aber nicht mehr ansprechbar gewesen. Sie wurden in ein Krankenhaus eingeliefert.
Schon in der Nacht zu Sonntag lag die Temperatur im vorpommerschen Ueckermünde bei minus 23,9 Grad und damit noch drei Zehntel unter dem Tiefstwert des Eiswinters 2005/06. Sie war zudem um rund ein Grad niedriger als in den ebenfalls sehr kalten Januaren 1997 (1.und 2. Januar) sowie 1987 (13. und 14. Januar). Allerdings wurde die Minus-20-Grad-Marke damals weitflächiger unterschritten als in der Nacht zum Sonntag.
Aber nicht nur die Menschen in den östlichen Landesteilen mussten bibbern, auch in Mecklenburg war es rekordverdächtig kalt. So dürften die minus 23,1 Grad, die am Sonntagmorgen in Wismar gemessen wurden, einen Allzeitrekord darstellen. Allerdings werden in Wismar erst seit 2002 offiziell Messdaten erhoben. Am "wärmsten" war es noch am Kap Arkona auf Rügen mit minus 6,7 Grad.