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Universität Greifswald behält ihren Vornamen

Vorderseite des Hauptgebäudes der Universität Greifswald. © dpa Fotograf: Jens Büttner Detailansicht des Bildes Die Universität Greifswald muss ihre Briefköpfe nicht ändern. Eine Initiative zur Änderung des Namens der Ernst-Moritz-Arndt-Universität ist am Mittwoch nach monatelanger Debatte gescheitert. Der Antrag, den Namen des Publizisten und Dichters abzulegen, erhielt im Senat der Universität nicht die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit. Für den Antrag stimmten nur 14 Senatoren, 22 votierten gegen eine Umbenennung. Im Januar hatten sich auch die Studenten in Greifswald bei einer Urabstimmung mehrheitlich gegen eine Namensänderung ausgesprochen. Dieses Votum war für den Senat aber nicht bindend.

Die Studenten-Initiative "Uni ohne Arndt" bedauerte den Entschluss des Senates. Sie wollte erreichen, dass der Name fortan nur noch Universität Greifswald lautet. Man erkenne an, dass viele Menschen in der Region eine andere Symbolik mit Arndt verbänden, sagte Initiativen-Sprecherin Sandra Schmidt.

Während die Gegner in Arndt einen Vertreter des Antisemitismus und Nationalismus sehen, heben die Befürworter seine Verdienste als Philosoph und Dichter sowie bei der Abschaffung der Leibeigenschaft hervor. Der Name war der Universität 1933 durch den damaligen preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring verliehen worden. Die Nationalsozialisten sahen in Arndt einen Vordenker.

Ernst Moritz Arndt: Sohn eines Leibeigenen

Ernst Moritz Arndt (1769-1860) wurde im pommerschen Groß Schoritz (Insel Rügen) als Sohn eines Leibeigenen geboren. Er studierte an der Universität Greifswald Geschichte und Philologie und lehrte seit 1801 an der Hochschule. 1803 veröffentlichte Arndt den "Versuch einer Geschichte der Leibeigenschaft in Pommern und Rügen". Die Aufhebung der Leibeigenschaft 1806 in Pommern wird auf sein Werk zurückgeführt. Während der napoleonischen Fremdherrschaft bezog Arndt klar Position gegen die französischen Besatzer.

"Ich will den Hass gegen die Franzosen"

Eingebettet in den historischen Kontext schrieb er 1813: "Ich will den Hass gegen die Franzosen, nicht bloß für diesen Krieg, ich will ihn für immer." Auch die Juden wurden von ihm kritisiert. Nach dem Ende der napoleonischen Befreiungskriege trat er 1818 eine Professur für Geschichte in Bonn an. 1821 wurde gegen ihn ein Verfahren wegen demagogischer Umtriebe eröffnet, er verliert seine Professur. Erst 1840 wurde Arndt rehabilitiert.

Von 1841 bis 1854 bekleidete er das Rektorenamt der Universität Bonn. 1848 wurde er Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung. In der DDR wurden seine Verdienste im Kampf gegen Leibeigenschaft und Feudalismus herausgestellt. Deutschlandweit tragen viele Schulen, Straßen und Kasernen seinen Namen.

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