Verkehrsmeldungen aus Mecklenburg-Vorpommern
Staus, Baustellen, Gefahrenhinweise - die aktuelle Verkehrslage mehr
Der Unfall auf der A 19 im April mit acht Toten und 19 Schwerverletzten beeinflusst die Statistik maßgeblich. (Archivbild)
Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes wird die Zahl der Verkehrstoten in diesem Jahr zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder steigen, um etwa sieben Prozent auf 3.900. In Mecklenburg-Vorpommern ist der Anstieg sogar noch viel deutlicher.
Allein von Januar bis September gab es im Nordosten 105 Verkehrstote. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es nur 90. Das ist ein Plus von fast 17 Prozent. Dabei spielt die Massenkarambolage nach einem Sandsturm auf der A 19 südlich von Rostock im April eine große Rolle - damals sind acht Menschen ums Leben gekommen, 19 weitere wurden schwer verletzt. Für Innenminister Lorenz Caffier (CDU) ist jeder Verkehrstote einer zu viel. Die Landespolizei will deshalb die vorbeugenden und auch repressiven Maßnahmen - wie zum Beispiel Geschwindigkeitskontrollen - weiter intensivieren.
Das Statistische Bundesamt sieht einen Grund für den Anstieg auch im Wetter in diesem Jahr. Die Monate Januar und Februar waren vergleichsweise mild, das hat dazu geführt, dass es zwar weniger Unfälle mit reinen Blechschäden gab, dafür aber mehr Unfälle mit Toten und Schwerverletzten. Hinzu kommt, dass der Frühling warm und trocken war und die Motorradsaison entsprechend früh begonnen hat - und so sind von März bis Mai auch deutlich mehr Motorradfahrer auf den Straßen ums Leben gekommen.
Auf Autobahnen hat die Zahl der tödlichen Unfälle um sechs Prozent abgenommen. Dafür ist sie innerorts um gut vier Prozent und auf Landstraßen sogar um fast neun Prozent gestiegen.
Die Autobahnen sind schon durch ihre Bauweise die sichersten Straßen, sagte Otto Saalmann vom ADAC im Gespräch mit NDR 1 Radio MV. Bei den Landstraßen mit ihrem Gegenverkehr sei das ganz anders. Vor allen Dingen die alten Landstraßen seien außerdem nicht unbedingt in einem wünschenswerten Zustand: Banketten und schlechte Markierungen machen demnach Probleme. "Das sind von Haus aus schon immer unsere Sorgenkinder gewesen", so das Fazit des Experten zu den Landstraßen.