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Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

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Keime im Trinkwasser: Über 30 Orte betroffen

Eine weibliche Stechmücke sticht ihren Saugrüssel in die Haut eines Menschen, ihr Hinterleib füllt sich mit Blut. © picture-alliance (c) dpa - Bildarchiv Detailansicht des Bildes Die Amtsärztin Cornelia Ruhnau vermutet, dass tote Mücken für die bakterielle Belastung des Trinkwassers verantwortlich sind. Die Fälle von verunreinigtem Trinkwasser in Mecklenburg-Vorpommern weiten sich aus. Jetzt wurden auch im Leitungswasser auf und rund um die Insel Riems Keime im Leitungsnetz entdeckt. Die Bewohner des Riems, der Ortschaften Riemserort, Gristow und Kalkvitz sollen nun auf Anordnung des Gesundheitsamtes ihr Wasser bis auf Weiteres abkochen. Über die Ursache der Verunreinigungen tappen die Experten nach wie vor im Dunkeln. Möglicherweise könnten tote Mücken für die Verunreinigungen verantwortlich sein.

Auch Orte um Altwarp betroffen

Erst am Donnerstag war bekannt geworden, dass auch in Dargun (Mecklenburgische Seenplatte) das Wasser mit Bakterien belastet ist und deshalb gechlort wird. Damit ist das Wasser nun in über 30 Orten im Nordosten mit Keimen belastet. Auch in der Uecker-Randow-Region wurden am Freitag neue Fälle von verunreinigtem Trinkwasser gemeldet. Nach Angaben der Kreisverwaltung sind mehrere Orte um Altwarp betroffen. Auch hier wird empfohlen, das Trinkwasser vor Gebrauch abzukochen.

Keine Gesundheitsgefährdung

In diesen Orten sollte das Trinkwasser abgekocht werden:

Demmin
Relzow
Ziethen
Jargelin
Menzlin
Salchow
Klempenow
Jarmen
Neuendorf
Wreechen
Neukamp
Pastiz
Beuchow
Posewald
Lonvitz
Vilmnitz
Lauterbach
Nadelitz
Freetz
Muglitz
Groß Stresow
Nistelitz

Stand: 24.11.2011 15:00

Die Werte in Dargun seien nie aber in einem gesundheitlich kritischem Bereich gewesen, sagte die zuständige Amtsärztin des Kreises Mecklenburgische Seenplatte, Cornelia Ruhnau, am Donnerstag. Rein vorsorglich und weil in Dargun mehrere Lebensmittelbetriebe ansässig sind, habe man sich frühzeitig entschieden, das Wasser zu chloren. Die Bevölkerung sei durch Handzettel über die Maßnahme informiert worden. Derzeit seien die Werte wieder normal.

Sind Mücken die Ursache?

Die Amtsärztin Ruhnau hatte am Donnerstag eine neue Erklärung für die bakteriellen Belastungen ins Spiel gebracht. Sie vermutet, dass Mücken, die in diesem Jahr in riesigen Schwärmen aufgetreten und mittlerweile tot sind, für die bakterielle Belastung des Wassers verantwortlich sein könnten. Andere sehen die hohen Regenmenge des Sommers als mögliche Ursache. Diese hätten Fäkalbakterien ins Wasser gespült. Ebenso wird gemutmaßt, dass Risse in den geologischen Formationen über dem Grundwasser die Eintrittspforte für die Bakterien sein könnten. Eine andere Hypothese führt Bauarbeiten in Wasserwerken als Ursache an.

Empfehlung: Trinkwasser vor Gebrauch abkochen

Aus einem Wasserhahn fließt Wasser in zwei Hände © dpa Detailansicht des Bildes Mittlerweile wird oder wurde das Trinkwasser in mindestens 28 Orten Mecklenburg-Vorpommerns gechlort. Während in Gützkow nahe Greifswald bereits vor einigen Tagen Entwarnung gegeben worden war, wird den Menschen in 14 Dörfern rund um Pasewalk, in Marlow (Kreis Vorpommern-Rügen) sowie Orten nahe Putbus auf Rügen weiterhin empfohlen, das Trinkwasser vor Gebrauch abzukochen. Dort waren Enterokokken beziehungsweise Coli-Bakterien im Wasser nachgewiesen worden. Auch in diesen Gegenden besteht laut Behörden durch die bakterielle Belastung aber keine Gesundheitsgefährdung für Menschen.

Doch noch keine Entwarnung in Pasewalk

Im Bereich Pasewalk konnte am Freitag entgegen ersten Vermutungen doch noch keine Entwarnung gegeben werden. Untersuchungen des Wassers beim zuständigen Wasserwerk hätten zwar keine Verunreinigung mehr ergeben. Aber das Wasser in den Leitungen sei trotz Chlorierung noch immer belastet.

Wasserwerke testen täglich

Nach Worten von Wilfried Puchert, dem zuständigen Dezernatsleiter beim Landesamt für Gesundheit und Soziales, muss ein Wasserversorger laut Trinkwasserverordnung bei einer Grenzwertüberschreitung von Keimen unverzüglich handeln. Die Bevölkerung müsse informiert werden. Die Untersuchungshäufigkeit sei gesetzlich festgelegt, sehr große Wasserwerke müssten mehrmals täglich testen.

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Wasserhahn mit laufendem Wasser. © dpa / Image Source Fotograf: James French
 

Trinkwasser nun auch auf Rügen belastet

Den Menschen in den betroffenen Gebieten wird empfohlen, Trinkwasser vor Gebrauch abzukochen. (Meldung vom 28.10.2011) mehr