Verkehrsmeldungen aus Mecklenburg-Vorpommern
Staus, Baustellen, Gefahrenhinweise - die aktuelle Verkehrslage mehr
Die Amtsärztin Cornelia Ruhnau vermutet, dass tote Mücken für die bakterielle Belastung des Trinkwassers verantwortlich sind.
Die Fälle von verunreinigtem Trinkwasser in Mecklenburg-Vorpommern weiten sich aus. Jetzt wurden auch im Leitungswasser auf und rund um die Insel Riems Keime im Leitungsnetz entdeckt. Die Bewohner des Riems, der Ortschaften Riemserort, Gristow und Kalkvitz sollen nun auf Anordnung des Gesundheitsamtes ihr Wasser bis auf Weiteres abkochen. Über die Ursache der Verunreinigungen tappen die Experten nach wie vor im Dunkeln. Möglicherweise könnten tote Mücken für die Verunreinigungen verantwortlich sein.
Erst am Donnerstag war bekannt geworden, dass auch in Dargun (Mecklenburgische Seenplatte) das Wasser mit Bakterien belastet ist und deshalb gechlort wird. Damit ist das Wasser nun in über 30 Orten im Nordosten mit Keimen belastet. Auch in der Uecker-Randow-Region wurden am Freitag neue Fälle von verunreinigtem Trinkwasser gemeldet. Nach Angaben der Kreisverwaltung sind mehrere Orte um Altwarp betroffen. Auch hier wird empfohlen, das Trinkwasser vor Gebrauch abzukochen.
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Stand: 24.11.2011 15:00
Die Werte in Dargun seien nie aber in einem gesundheitlich kritischem Bereich gewesen, sagte die zuständige Amtsärztin des Kreises Mecklenburgische Seenplatte, Cornelia Ruhnau, am Donnerstag. Rein vorsorglich und weil in Dargun mehrere Lebensmittelbetriebe ansässig sind, habe man sich frühzeitig entschieden, das Wasser zu chloren. Die Bevölkerung sei durch Handzettel über die Maßnahme informiert worden. Derzeit seien die Werte wieder normal.
Die Amtsärztin Ruhnau hatte am Donnerstag eine neue Erklärung für die bakteriellen Belastungen ins Spiel gebracht. Sie vermutet, dass Mücken, die in diesem Jahr in riesigen Schwärmen aufgetreten und mittlerweile tot sind, für die bakterielle Belastung des Wassers verantwortlich sein könnten. Andere sehen die hohen Regenmenge des Sommers als mögliche Ursache. Diese hätten Fäkalbakterien ins Wasser gespült. Ebenso wird gemutmaßt, dass Risse in den geologischen Formationen über dem Grundwasser die Eintrittspforte für die Bakterien sein könnten. Eine andere Hypothese führt Bauarbeiten in Wasserwerken als Ursache an.
Mittlerweile wird oder wurde das Trinkwasser in mindestens 28 Orten Mecklenburg-Vorpommerns gechlort.
Während in Gützkow nahe Greifswald bereits vor einigen Tagen Entwarnung gegeben worden war, wird den Menschen in 14 Dörfern rund um Pasewalk, in Marlow (Kreis Vorpommern-Rügen) sowie Orten nahe Putbus auf Rügen weiterhin empfohlen, das Trinkwasser vor Gebrauch abzukochen. Dort waren Enterokokken beziehungsweise Coli-Bakterien im Wasser nachgewiesen worden. Auch in diesen Gegenden besteht laut Behörden durch die bakterielle Belastung aber keine Gesundheitsgefährdung für Menschen.
Im Bereich Pasewalk konnte am Freitag entgegen ersten Vermutungen doch noch keine Entwarnung gegeben werden. Untersuchungen des Wassers beim zuständigen Wasserwerk hätten zwar keine Verunreinigung mehr ergeben. Aber das Wasser in den Leitungen sei trotz Chlorierung noch immer belastet.
Nach Worten von Wilfried Puchert, dem zuständigen Dezernatsleiter beim Landesamt für Gesundheit und Soziales, muss ein Wasserversorger laut Trinkwasserverordnung bei einer Grenzwertüberschreitung von Keimen unverzüglich handeln. Die Bevölkerung müsse informiert werden. Die Untersuchungshäufigkeit sei gesetzlich festgelegt, sehr große Wasserwerke müssten mehrmals täglich testen.