Verkehrsmeldungen aus Mecklenburg-Vorpommern
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Die Theaterspitze fürchtet verheerende Auswirkungen durch die angekündigten Sparmaßnahmen.
Durch massiven Personalabbau soll das Mecklenburgische Staatstheater in Schwerin auf eine solide Finanzbasis gestellt werden. Der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Schwerin stimmte am Dienstagabend einem 1,4 Millionen Euro umfassenden Rettungspaket zu, das harte Einschnitte für das Theater vorsieht. Etwa 60 der 320 Mitarbeiter sind von der Entlassung bedroht.
Nach Angaben von Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Die Linke) habe das Land signalisiert, die Stadt bei der Sanierung des Theaters finanziell zu unterstützen. Nach den Beratungen in den Ausschüssen soll die Schweriner Stadtvertretung am kommenden Montag endgültig über das Rettungspaket entscheiden. Gramkow rechnet aber mit einer klaren Mehrheit.
Theaterspitze und Betriebsrat befürchten wegen der geplanten Stellenstreichungen verheerende Auswirkungen auf Qualität und Besucherzahlen. Generalintendant Joachim Kümmritz bezeichnete den Stellenabbau aus organisatorischer Sicht als Katastrophe. Die Qualität des Theaters würde deutlich leiden. Kümmritz möchte keine Sparte komplett schließen, sie sollen aber verkleinert werden. Auch die Besucherzahlen würden sinken. Ähnlich sieht es der Vorsitzende des Betriebsrates, Andreas Fritsch. Nichts wird mehr so sein wie es war, sagte er. Jetzt sei das Land gefordert, endlich klare Strukturen in der Theaterlandschaft zu schaffen, so Fritsch.
In den kommenden Wochen soll die Geschäftsführung des Theaters ein Sanierungskonzept vorlegen. Nach dem Beschluss der beiden Ausschüsse soll dieses aber nicht allein von Kümmritz ausgearbeitet werden. Ein externer Fachmann, der sich gezielt um den kaufmännischen Bereich der Bühne kümmern würde, soll den Intendanten unterstützen.
Zudem wurde bekannt, dass die Freiluft-Opern im Rahmen der Schlossfestspiele voraussichtlich nur noch bis zum kommenden Jahr wie gewohnt auf dem Alten Garten aufgeführt werden. Hinsichtlich der geplanten Bewerbung des Schweriner Schlosses als UNESCO-Weltkulturerbe äußerten Gutachter Bedenken, dass eine Großveranstaltung wie die Freiluft-Oper in der Nähe des Schlosses die Bewerbung gefährden könnte. Deshalb entschied die Stadt, dass die Schlossfestspiele im Zweifelsfall weichen müssen. Sollte es das Schloss allerdings nicht auf die UNESCO-Liste schaffen, bliebe alles beim Alten.