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Drastische Sparmaßnahmen sollen das Staatstheater vor einer Insolvenz bewahren. Hilfe vom Land aber soll es nicht mehr geben.
Dem Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin drohen drastische Sparmaßnahmen. Das Haus steht wegen finanzieller Engpässe vor der Insolvenz.
In einer langen Sitzung am Mittwochabend forderte der Aufsichtsrat den Geschäftsführer und Generalintendanten auf, fünf Sparvorschläge zu prüfen - darunter die Schließung der Fritz-Reuter-Bühne, den Abbau von 13 Musikerstellen in der Staatskapelle sowie Gehaltskürzungen durch neue Tarifverträge. Der Großteil der Arbeitsverträge ist erst für die Spielzeit 2013/14 kündbar. Insgesamt könnte das Theater mit den vom Aufsichtsrat vorgeschlagenen Maßnahmen etwa 3,5 bis 4 Millionen Euro jährlich einsparen.
Bislang seien das lediglich Optionen, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Lothar Wilke. Er hoffe jedoch, dass davon nicht alles umgesetzt werden müsse. Anfang kommender Woche werde es ein Gespräch mit dem Bildungsministerium über die Situation am Staatstheater geben. Das Land jedoch hatte bereits mehrfach bekannt gegeben, keine weiteren zusätzlichen Gelder zur Verfügung stellen zu wollen.
Die Deutsche Orchestervereinigung sperrt sich gegen Gehaltskürzungen bei der Mecklenburgischen Staatskapelle. Die Einstufung sei per Tarifvertrag zur Spielzeit 1993/94 erfolgt, und dieser Vertrag sei unkündbar, sagte der Geschäftsführer der Vereinigung, Gerald Mertens. Von einem Horrorszenario sprach der Betriebsratschef des Schweriner Theaters, Andreas Frisch. Man sei dabei, das Stadttheatermodell zu zerschlagen.
Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsminister, Mathias Brodkorb (SPD), begrüßte hingegen die Kürzungspläne. Neustrukturierungen aller Theater seien unumgänglich, sagte Brodkorb.