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Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

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Drei Jahre warten auf Einsicht in Stasi-Akten

Person blättert in einer Akte, einem Aktenordner. © imago/Jochen Tack Detailansicht des Bildes In den Außenstellen der Stasi-Unterlagenbehörde in Neubrandenburg, Schwerin und Rostock sind im vergangenen Jahr mehr als 10.000 Anträge eingegangen. Auch 23 Jahre nach der Wende ist das Interesse an den Stasi-Akten ungebrochen. Wer Einsicht in die Unterlagen nehmen will, muss aber Geduld haben. Die Wartezeit liege inzwischen bei knapp drei Jahren, sagte Volker Höffer, der Leiter der Außenstelle Rostock des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen. Die Zahl der Antragsteller ist im vergangenen Jahr gestiegen. 2012 sind bei der Behörde 3.450 private Anträge eingegangen, im Jahr davor waren es 3.068.

Weniger Mitarbeiter - längere Wartezeiten

Gegenläufig zum Interesse an den Unterlagen ist die Zahl der Mitarbeiter in der Außenstelle in Rostock gesunken. Laut Höffer sind derzeit nur noch fünf Sachbearbeiter mit den privaten Anträgen beschäftigt, vor zwei Jahren waren es noch acht. Dadurch steigen auch die Wartezeiten. Vor einigen Jahren hatte die Außenstelle insgesamt noch 90 Mitarbeiter, heute sind es nur noch rund 50. Neben der Abarbeitung der Anträge und eigenen wissenschaftlichen Arbeiten stehen sie auch für Vorträge und Projekte vor allem für ein junges Publikum zur Verfügung.

Vorrangige Akteneinsicht bei Härtefällen

In manchen Fällen gibt es die Möglichkeit, schneller Zugang zu den Akten zu bekommen: Antragsteller, die älter als 75 Jahre sind oder eine schwere Krankheit haben, können eine vorrangige Akteneinsicht beantragen. Das gilt auch für Menschen, die Informationen für Rehabilitierungs- oder Wiedergutmachungsansprüche brauchen.

Interesse bei Familienangehörigen

In ganz Mecklenburg-Vorpommern wurden 2012 insgesamt 10.182 Anträge auf Akteneinsicht gestellt, das sind 1.654 mehr als im Jahr davor. Ein nicht unerheblicher Teil des Anstiegs fällt auf Familienangehörige, die etwas über verstorbene Eltern oder Großeltern erfahren wollen, so Höffer. Manche Betroffene seien nach der Wende noch zu traumatisiert gewesen, um sich dem Thema zu stellen und hätten erst jetzt den nötigen inneren Abstand zu den Geschehnissen. Dazu haben auch die Debatte zum Missbrauch in DDR-Kinderheimen und Jugendhöfen im vergangenen Jahr beigetragen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Der Nachmittag | 23.01.2013 | 15:00 Uhr

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