Im Stadtarchiv Stralsund haben die Arbeiten zur Reinigung der von Schimmel befallenen Bücher begonnen. Restaurator Burkhard Kunkel demonstriert die Reinigung eines Buches. Publik wurde der Schimmelbefall der Buchbestände im Sommer vergangenen Jahres.
In einer sogenannten Reinraumbank werden zunächst die wertvollsten Bestände, darunter mittelalterliche Handschriften und Inkunabeln, im Trockenverfahren gereinigt. Das Modell "safemate 1.5 vision" soll ganze Arbeit leisten.
Mit einem Ziegenhaarpinsel und einem Latexschwamm wird in der Reinraumwerkbank der feinste Staub von den Büchern abgestreift, der dann in dem Unterdruckraum sofort von Pumpen in den Spezialfilter abgesaugt wird.
Zur Demonstration hat der Stadtrestaurator Burkhard Kunkel auf die abgeschirmten Ablage befallene Bücher gelegt. Die Ventilatoren der Reinraumwerkbank brummen und erzeugen hinter der Glasscheibe einen Unterdruck, damit jede Schimmelspore entfernt werden kann.
Im Archiv befinden sich insgesamt 125.000 Bände, Urkunden und Akten. Seit 1950 wurden sie in den teilweise feuchten Räumen eines Klosters untergebracht. Ein Großteil des Bestandes ist mit Tot- und Lebendschimmel befallen.
Seit Donnerstag sind mit Falk Eisermann (rechts) von der Staatsbibliothek Berlin und Christoph Mackert, Leiter des Handschriftenzentrums der Universitätsbibliothek Leipzig, zwei Experten vor Ort. Wie lange das Stadtarchiv geschlossen bleibt, ist nicht absehbar.