Verkehrsmeldungen aus Mecklenburg-Vorpommern
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Die Spitze einer V2-Rakete - hier bei einem Teststart 1946 in den USA - wurde im Schilf des Peenestroms entdeckt.
Da staunten die Wasser-schutzpolizisten nicht schlecht: Ein Fischer hatte den Beamten einen spektakulären Fund gemeldet. Vor ihnen, im Schilf von Kröslin am Peenestrom (Ostvorpommern), lag die Spitze einer rund 14 Meter langen V2-Rakete aus dem Zweiten Weltkrieg. Offenbar handelt es sich um einen fehlgeleiteten Flugkörper. Dies geht aus alten Protokollen des Historisch-Technischen Museums in Peenemünde (HTM) hervor. Eigentlich sollte die V2 bei einem Test am 19. Februar 1943 von der damaligen Heeresversuchsanstalt in Peenemünde rund 200 Kilometer weit in die Pommersche Bucht fliegen. Aber dieser Probeschuss verfehlte das vorgesehene Zielgebiet vollends.
Die Rakete flog nicht 200 Kilometer sondern lediglich viereinhalb Kilometer weit - und sie flog nicht nach Osten sondern nach Südwesten, Richtung Festland und landete bei Kröslin im Schilf. Wie das HTM am Freitag mitteilte, war die Testrakete nicht mit Sprengstoff gefüllt. Mit Hilfe eines Spezialschiffs wurde das tonnenschwere Teil zwischenzeitlich geborgen. Nun liegt die Raketenspitze in der Restaurationswerkstatt. Dort wurde ihr ein äußerst guter Zustand bescheinigt. Nun soll überlegt werden, wie die Rakete am besten restauriert werden kann.
Das HTM Peenemünde verfügt damit über vier Original-Spitzen von V2-Raketen. Die in Peenemünde entwickelten Raketen wurden von den Nationalsozialisten zu Kriegsende bei Angriffen gegen Großbritannien und Frankreich eingesetzt. Tausende Menschen kamen ums Leben.