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Naturidyll: Der Plauer See im Landkreis Parchim.
Der Plauer See im Landkreis Parchim ist am Weltwassertag mit der erstmals verliehenen Auszeichnung "Lebendiger See des Jahres" prämiert worden. Das Gewässer sei einer der schönsten Seen der Mecklenburgischen Seenplatte, teilte die Stiftung Global Nature Fund (GNF) zur Begründung am Dienstag in Schwerin mit. Noch seien die meisten Ufer natürlich, noch fühlten sich Fischotter, Seeadler und die seltenen Rohrdommeln hier wohl. Aber der See stehe unter einem enormen Druck.
Unberührte Uferzonen müssen immer wieder neuen Ferienanlagen weichen.
Denn das als europäisches Schutzgebiet (FFH-Gebiet) ausgewiesene Gewässer stehe für eine allgemein zu beobachtende Entwicklung, wonach die Bebauung großer Seen in Nordostdeutschland wichtiger als die langfristige Bewahrung unverbauter Uferbereiche sei, betonte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. (BUND). Ein Yachthafen in der stillen Bucht Leister Lanke, ein Wohngebiet plus Bootshafen in Jürgenshof und andere geplante Ferien- und Freizeitanlagen zerstörten die Uferzonen und würden die Naturbelassenheit einem kurzfristigen ökonomischen Gewinn opfern.
Nötig sei ein übergreifendes Wassertourismuskonzept für die deutschlandweit beliebte Mecklenburgische Seenplatte. "Ein Ausbau der touristischen Infrastruktur darf nicht zu Lasten des europäischen Naturerbes gehen", sagte Arndt Müller, Naturschutzexperte des BUND. Mit der Auszeichnung als "lebendiger See des Jahres", die erstmals an ein deutsches Gewässer vergeben wurde, sollen auch Anliegergemeinden angeregt werden, ihre Planungen miteinander abzustimmen, damit der ökologische Wert des Sees erhalten bleibt.