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Der Nachbau einer V2-Rakete in Peenemünde symbolisiert glechzeitig auch die Nutzung von Raketen als Massenvernichtungswaffen.
Am 3. Oktober 1942 gelingt in Peenemünde, in der damaligen Heeresversuchsanstalt der Wehrmacht, der erste Start einer Rakete in den Weltraum. Die "V2" gilt heute als Vorläufer aller militärischen und zivilen Trägerraketen. Ihnen fielen in den letzten Kriegsjahren zahllose Zivilisten in westeuropäischen Städten zum Opfer. Wohl deshalb beschrieb die Londoner Times Peenemünde einst als ein Symbol deutscher Schande und deutschen Stolzes. "Wahrlich ein auf vertrackte Weise deutscher Ort." 1943 versuchten die Briten mit der "Operation Hydra" die Anlagen zu zerstören.
Nun sind Akten aufgetaucht, die beweisen, dass in Peenemünde auch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Strafgefangene zu Arbeiten gezwungen worden sind. Das etwa 20 Seiten lange Papier des britischen Geheimdienstes Secret Service liege inzwischen dem Museum vor, bestätigte der Direktor des Historisch-technischen Museums, Christian Mühldorfer-Vogt. Demnach ließen die Sowjets nach der Besetzung der Raketenforschungseinrichtung am 4. Mai 1945 rund 2.000 ukrainische Strafgefangene zu Abrissarbeiten nach Usedom deportieren. Die Akte zitiere unter anderem Zeitzeugen aus dem Inselnorden, die nach Kriegsende in den Westen übergesiedelt seien, sagte der Historiker.
Das Kraftwerk auf dem Museumsgelände ist das größte technische Denkmal in Mecklenburg-Vorpommern und wurde von Zwangsarbeitern gebaut.
Bis 1947 sollen die Zwangsarbeiter noch vorhandene technische Anlagen als Reparationleistung demontiert haben. Ein Großteil davon soll über den Hafen Swinemünde in die damalige Sowjetunion verschifft worden sein. Nicht demontierte Anlagen wurden gesprengt, darunter die neun sogenannten Peenebunker, deren Reste noch heute gut erhalten sind. Die Ruinen gehören inzwischen ebenso wie das ehemalige Kraftwerk, das Sauerstoffwerk und ein Ehrenmal für 52 von den Nazis erschossenen KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern zu einem Denkmalpfad. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs unterhielt die UdSSR bis 1952 einen sowjetischen Marine- und Luftwaffenstützpunkt, dann wurde das Gelände der NVA der DDR übergeben.
Mühldorfer-Vogt sagte, das Museum bereite derzeit eine neue Ausstellung vor, die sich dem Schicksal von Peenemünder Zwangsarbeitern vor und nach dem Krieg widmen werde. Sie soll voraussichtlich zum Jahresende die Dauerausstellung im Kraftwerk ergänzen.