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Ute Lindenau (M) und Andreas Cordt nehmen am Mittwoch in Düsseldorf den Paul-Spiegel-Preis für die Initiative "Wir für Lübtheen" entgegen.
Die Demokratie-Initiative "Wir für Lübtheen" hat am Mittwoch in Düsseldorf den Paul-Spiegel-Preis des Zentralrats der Juden 2013 erhalten. Bürgermeisterin Ute Lindenau (SPD) und Schulleiter Andreas Cordt nahmen den Preis stellvertretend für die mehr als 50 Mitglieder der Initiative entgegen. Das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro soll nach Angaben der Aktivisten für die Jugendarbeit in Lübtheen eingesetzt werden.
Die überparteiliche Bürgerinitiative "Wir für Lübtheen" bekämpft seit Jahren mit verschiedenen Aktivitäten den Einfluss der NPD und die Ausbreitung des Rechtsextremismus in ihrer Gemeinde. Sie lasse den Worten auch ernst gemeinte Taten folgen und das sei richtig, sagte der Präsident des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann. An Bundesregierung und Bundestag appellierte der Zentralratspräsident in diesem Zusammenhang, sich der Initiative des Bundesrates für ein NPD-Verbot jetzt zügig anzuschließen.
Die Initiative "Wir für Lübtheen" bekämpft den Einfluss der NPD in ihrer Gemeinde. Dafür wurde sie jetzt mit dem Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage ausgezeichnet.
In Lübtheen lebt der stellvertretende Bundesvorsitzende der NPD, Udo Pastörs. Er schuf dort Strukturen, die rechte Szene kaufte Immobilien. Bei der Wahl zum Landtag von Mecklenburg-Vorpommern im September 2011 gaben 15,2 Prozent der Lübtheener Wähler ihre Stimme der NPD.
Ebenfalls ausgezeichnet wurde am Mittwoch die "Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus" für ihre pädagogische Auseinandersetzung mit Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft. Sie erhielt den Paul-Spiegel-Preis für das Jahr 2012. Graumann lobte die Initiative als "Botschafter des guten Willens und der Toleranz", die nicht nur die Köpfe, sondern auch die Herzen von Jugendlichen erreichten.
Der Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage wurde erstmals 2009 vergeben. Im Jahr 2011 ging er an das Künstler-Ehepaar Lohmeyer in Jamel (Nordwestmecklenburg). In dem Dorf nahe Wismar versuchen Rechtsextreme die Oberhand zu gewinnen. Die Lohmeyers stellen sich unter anderem mit dem jährlichen Musikfestival "Jamel rockt den Förster" dagegen. Paul Spiegel war von 2000 bis 2006 Präsident des Zentralrats der Juden.