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Fünf Prozent als Ziel: Bundeskanzlerin Merkel sprach sich bei der Eröffnung des "Naturerbe-Zentrums" für Wildnis-Wälder in Deutschland aus.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zusammen mit Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Freitag in Prora das "Naturerbe-Zentrum Rügen" eingeweiht. Merkel kritisierte in ihrer Rede zur Einweihung des Zentrums den zunehmenden Flächenverbrauch zulasten von Natur und Nachhaltigkeit in Deutschland. Sie erklärte, die Bundesregierung wolle bis 2020 zwei Prozent der Landesfläche und fünf Prozent der Wälder als Wildnis der Natur überlassen. Die historische Entwicklung des wiedervereinten Deutschlands sei ein Glücksfall, sagte Merkel. Bislang unzugängliche Flächen könnten nun wieder zivil genutzt werden. Auch die 1.900 Hektar große Naturlandschaft in der Umgebung des ehemaligen NS-Ferienbaus und späteren DDR-Militärgeländes auf der Ostseeinsel soll sich selbst überlassen werden.
Im Mittelpunkt der mehr als 13 Millionen Euro teuren Anlage steht ein Baumwipfel-Pfad mit Aussichtsturm. Besucher können das Gelände vom 15. Juni an besichtigen. Die Aussteller erwarten pro Jahr bis zu 300.000 Gäste. Sichtbares Wahrzeichen des Zentrums ist ein 40 Meter hoher Turm. Um seine Aussichtsplattform zu erreichen, müssen Besucher einen Baumwipfel-Pfad hinaufsteigen, der sich um eine Buche windet.
Gleich nebenan steht der Koloss von Prora. Der 4,5 Kilometer lange Gebäudekomplex auf Rügen war von den Nationalsozialisten als Seebad für die Organisation "Kraft durch Freude" geplant worden. Durch den Kriegsausbruch 1939 wurde er nicht fertiggestellt und stattdessen sowohl im Dritten Reich als auch in der DDR hauptsächlich militärisch genutzt.
Zu der neuen Anlage gehören außerdem ein Informationszentrum mit Seminar-Räumen und Wanderausstellungen. Darüber hinaus können Besucher an mehreren interaktiven Stationen alles über das Gebiet rund um Prora erfahren, von der Vorgeschichte als Militärgelände bis hin zu der Pflanzen- und Tierwelt der Wälder und Feuchtgebiete.
Seit dem Jahr 2009 übergibt der Bund nach und nach 33 Naturgebiete mit einer Gesamtfläche von 46.000 Hektar an die DBU Naturerbe GmbH. Bei diesen Naturerbeflächen handelt es sich überwiegend um ehemalige Militärübungsplätze. 125.000 Hektar sollen so langfristig als nationales Naturerbe gesichert werden.
Am Freitagnachmittag hat die Kanzlerin in Parow bei Stralsund an einem Festakt anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Marinetechnikschulen in Deutschland teilgenommen. Sie lobte die Ausbildung: "Wir wissen alle, dass die Marine auf unseren internationalen Missionen hoch anerkannt ist, auch eben deshalb, weil auf den Schiffen alles technisch funktioniert."
Die Marinetechnikschule Parow ist mit 1.600 Militär- und Zivilangestellten sowie jährlich rund 1.500 Rekruten die größte und modernste Ausbildungseinrichtung der deutschen Marine.