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Die Staatsanwaltschaft Stralsund ermittelt gegen einen Jugendsegeltrainer wegen sexuellen Missbrauchs in mehreren Fällen.
Große Betroffenheit in einem Sportverein in Ribnitz-Damgarten: Einem Jugendtrainer des Ribnitzer Segel-Clubs wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Ihm lägen zwei Anzeigen von jungen Frauen vor, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Lechte am Donnerstag und bestätigte einen Bericht der "Ostsee-Zeitung". Der Trainer soll die heute erwachsenen jungen Frauen vor Jahren unsittlich berührt und missbraucht haben. Von mindestens acht Fällen ist die Rede. Die Stralsunder Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 40-Jährigen.
Der Vorsitzende des Ribnitzer Segelclubs, Norbert Boldt, ringt um Worte. Die Vorwürfe gegen seinen Jugendtrainer wiegen schwer. Er traue ihm das bis heute nicht zu, sagt er in einem Telefongespräch mit NDR 1 Radio MV. Und: Er möchte nicht vorverurteilen. Der Trainer habe immer sehr engagiert gearbeitet, sagt Boldt. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, tue es ihm um die Kinder leid.
Laut Staatsanwaltschaft soll der 40-Jährige in den Jahren 2001 bis 2011 Mädchen zwischen elf und 14 Jahren, die bei ihm trainiert haben, teilweise bei sich übernachtet haben lassen. Dabei habe er sexuelle Handlungen an ihnen vorgenommen. Die Eltern der Kinder, die derzeit im Segelclub trainiert werden, seien darüber benachrichtigt worden, dass Ermittlungen gegen den Jugendtrainer laufen. Er sitzt seit dem 1. Februar in Untersuchungshaft. Der Trainingsbetrieb mit anderen Jugendtrainern gehe aber in jedem Fall weiter.
Lothar Großklaus vom Kreissportbund befürchtet Auswirkungen und Vertrauensverlust bei Eltern und Kindern. Solche Vorkommnisse würde sie beim Bemühen um Anerkenntnis der ehrenamtlichen Arbeit vor den Kopf stoßen. So etwas könne aber nie ausgeschlossen werden. Großklaus fordert Eltern und Kinder dazu auf, verdächtige Beobachtungen und Eindrücke in Vereinen offen anzusprechen. Bei weit über 500 Übungsleitern allein im Kreissportbund hoffe er aber, dass dieser Fall nicht als Maßstab gesehen wird. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, müsse die Zusammenarbeit mit dem Jugendtrainer beendet werden.