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Sie gehörte einst zur Sammlung einer jüdischen Kaufmannstochter - nun hat das Staatliche Museum Schwerin die wertvolle Statuette erworben.
Das Staatliche Museum Schwerin hat ein außerordentliches Kunstwerk nach mehrjährigen Verhandlungen mit der Jewish Claims Conference (JCC) - einem Zusammenschluss jüdischer Organisationen - erworben. Die Statuette aus dem rotbraunem Böttgersteinzeug gehört zu den ersten Schöpfungen aus der Meißener Porzellanmanufaktur.
Dargestellt ist vermutlich der Sohn der Königs, der spätere Kurfürst von Sachsen, Friedrich August II. und König von Polen, August III.. Böttgersteinzeug ist der Vorläufer des Porzellans und als außerordentlich selten. Die Schweriner Statuette ist weltweit einzigartig.
Etwa zwei Jahre nach Gründung der Manufaktur 1710 entstanden, macht sie den gewandten Umgang mit dem Material deutlich. Die Härte des Böttgersteinzeugs erlaubt nicht nur eine feine Detailausarbeitung, sondern durch das Polieren auch die Unterscheidung von Oberflächen. Erst die Mitarbeit von Bildhauern um Balthasar Permoser, die am Hofe August des Starken wirkten, ermöglichten solche frühen Bildwerke. Der Entwurf für die Statuette stammt wohl von Benjamin Thomae.
Das Kunstwerk war bereits 1937 im Besitz des damaligen Mecklenburgischen Landesmuseums. Erstanden aus der Sammlung der jüdischen Hamburger Kaufmannstochter Emma Budge. Deren Kunstschätze waren 1937 öffentlich in Berlin versteigert worden - darunter die Statuette und zwei wertvolle Fächer. Im Jahr 2001 wurden diese Werke an die JCC zurückgegeben. Sie sind aufs Engste mit der jüngeren deutschen Geschichte im 20. und 21. Jahrhundert verbunden.