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Noch immer gibt der Frauenmord den Ermittlern Rätsel auf.
Am Neujahrstag sind am Tollensesee bei Neubrandenburg die ersten weiblichen Leichenteile gefunden worden. Eine Woche später gibt es keine heiße Spur. Am Montag setzte die Polizei ihre Suche mit reduzierter Mannschaft fort. Es würden jetzt einzelne Stellen wie etwa Reusen abgesucht, sagte Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler. Auch nach Veröffentlichung der Fotos von Supermarkt-Einkaufstüten, die zum Transport von menschlichen Überresten benutzt worden waren, gab es noch keine weiteren Zeugenhinweise. Die Identität der Toten und die Todesursache sind weiterhin unklar.
Bis zu hundert Suchkräfte waren am Sonntag bei einer Großaktion am See im Einsatz - ohne Ergebnis. Das Technische Hilfswerk unterstützte die Suche mit Booten und Tauchern. Zudem kreiste ein Hubschrauber über dem Seeufer. "Wir suchen aus der Luft, wir suchen wasserseitig und wir suchen landseitig", sagte der Einsatzleiter der Polizei.
Unterdessen hofft die Polizei weiter auf Mithilfe der Bevölkerung. Bisher seien etwa 40 Hinweise eingegangen, sagte ein Sprecher am Sonntag. Eine heiße Spur sei aber nicht dabei.
Die Polizei ermittelt nach dem Fund von Leichenteilen am Tollensesee wegen Mordes.
Derzeit setzen die Ermittler vor allem auf die Einkaufstüten mehrerer Supermärkte, die am See gefunden wurden. In ihnen sind nach derzeitigen Erkenntnissen die Leichenteile zum See gebracht worden. Nun hoffen Polizei und Staatsanwaltschaft, dass sich daraufhin Zeugen melden. Wer einen Fahrradfahrer oder Fußgänger mit solchen Taschen und Tüten gesehen hat, kann sich an jede Polizeidienststelle wenden.
Einsatzkräfte trugen tragen die an Neujahr gefundenen Leichenteile in blauen Platiktüten zum Leichenwagen.
Da nur wenige Körperteile gefunden wurden, konnten Rechtsmediziner bisher lediglich feststellen, dass es sich um die Leiche einer Frau im Alter von 25 bis 55 Jahren handelt. Sie soll zerteilt und nach Weihnachten in den See geworfen worden sein. "Wir hoffen weiter auf Hinweise aus der Bevölkerung, wo eine Frau länger nicht gesehen wurde oder ein Briefkasten vielleicht länger nicht geleert wurde", sagte Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler.
Ob organisierte Kriminalität oder die Tat eines psychisch Kranken - die Spekulationen über das Tatmotiv blühen. "Wir haben, genau gesagt, noch keinen konkreten Hinweis auf eine halbwegs begründbare Annahme", sagte Zeisler. Es gebe gar keine Anhaltspunkte: Weder für einen Ritualmord, noch für eine Tat aus der Rotlichtszene oder ein Eifersuchtsdrama.