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Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

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Bessere Integration für behinderte Schüler

Schulklasse © picture-alliance / dpa Detailansicht des Bildes Lehrer sollen künftig besser auf die Betreuung von benachteiligten Schülern vorbereitet werden. (Archivbild) Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) greift durch. Seit zwei Jahren müssen sich Grundschullehrer in Mecklenburg-Vorpommern auch um Kinder kümmern, die eine Lese-Rechtschreib-Schwäche haben, sich nicht konzentrieren können oder verhaltensauffällig sind. Pädagogen werfen dem Bildungsministerium vor, darauf unzureichend vorbereitet zu sein. Nach Informationen von NDR 1 Radio MV haben einige Grundschullehrer sogar Überlastungsanzeigen gestellt. Bildungsminister Brodkorb will die Situation an den Schulen verbessern.

Brodkorb will Expertenkommission einberufen

Noch nicht einmal 100 Tage im Amt, muss Brodkorb die Eingliederung von Förderschülern an Grundschulen gründlich verbessern. Sein Amtsvorgänger Henry Tesch (CDU) hatte damit begonnen, aber massive Kritik geerntet, weil ein Konzept fehlte. Eine Expertenkommission soll das Bildungsministerium nun unterstützen. Kopf der Kommission soll die Rostocker Pädagogik-Professorin Katja Koch werden. "Unser Ziel ist es, dass möglichst viele Kinder, die benachteiligt sind - durchaus auch Kinder mit Behinderungen - im regulären Schulsystem unterrichtet werden. Die Expertenkommission soll klären, unter welchen Bedingungen dies geht", sagte Brodkorb.

Es gehe darum, welche Voraussetzungen dafür in den Schulen geschaffen werden müssen, welche Weiterbildungen für Lehrer zur Verfügung stehen müssen, welche Fördersysteme finanziert werden müssen, damit dies funktioniere und niemand überfordert werde, so der Minister weiter.

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Lehrerin an einer Tafel.  Fotograf: Justin Horrocks
 

Grundschullehrer in MV oft überlastet

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Grundschullehrer beklagen Überlastung

Genau diese Überforderung beklagen allerdings viele Grundschullehrer. Rund eintausend Erst- und Zweitklässler mit Lernbehinderungen besuchen bereits eine Grundschule. Pädagogen werde dadurch zu viel zugemutet, kritisiert die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Annett Lindner: "Wenn zum Beispiel in einer Klasse mit 27 Schülern fünf Schüler dabei sind, die Schwierigkeiten im Lernen haben, Schwierigkeiten mit der Sprache oder dem Verhalten, dann ist das etwas sehr arbeitsintensives für die Lehrerin. Sie muss sich intensiver um diese fünf Schüler kümmern und hat in dieser Zeit weniger das Auge auf die anderen 22 Schüler, die dann zu kurz kommen können."

Bildungsminister von MV  Mathias Brodkorb © Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern Detailansicht des Bildes Bildungsminister Brodkorb muss die Eingliederung von Förderschülern verbessern. An der Situation werde sich erstmal nichts ändern, erläutert Bildungsminister Brodkorb. In Zukunft sollen aber nur dort Kinder eingeschult werden, wo die Voraussetzungen erfüllt sind. "Wenn ein Kind mit erheblichen Lernschwierigkeiten in eine Schule kommt, dann müssen die Lehrer, die das Kind unterrichtet haben, das Angebot für eine entsprechende Weiterbildung bereits absolviert oder angenommen haben. Und wenn jemand stark körperlich behindert ist, kann es sein, dass man sagt: Dann muss in dieser Schule auch ein Aufzug sein."

GEW-Landeschefin: Schneller handeln

Der GEW-Landesvorsitzenden Lindner reicht das nicht aus. Sie fordert die Landesregierung auf, schneller zu handeln. "Kurzfristig brauchen wir dringend mehr Stunden für die Schüler an den Grundschulen. Zum anderen müssen natürlich alle Lehrerinnen und Lehrer die entsprechende Fortbildung erhalten, sodass sie auch wissen, wie gehe ich mit diesen Kindern um." Bildungsminister Brodkorb tritt auf die Bremse. Mehr Förderstunden werde es so schnell nicht geben, dafür weitere Fortbildungen für die Pädagogen. Auf Fachkongressen wollen Experten über Verbesserungen diskutieren. Für den Schulalltag heißt das: In den nächsten Monaten müssen die Lehrer weiterhin mit der Situation wohl irgendwie klarkommen.

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