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Holocaust-Überlebender Erich Kary aus Ludwigslust mit Ministerpräsident Erwin Sellering bei der Gedenkstunde im Landtag.
Mit einer Gedenkstunde im Festsaal des Schweriner Schlosses hat der Landtag Mecklenburg-Vorpommern an die Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft erinnert. Als Gastredner sprach der Holocaust-Überlebende Erich Kary. Der 87-Jährige war als Jugendlicher zunächst als Zwangsarbeiter eingesetzt worden und wurde 1943 von den Nazis in das Konzentrationslager (KZ) Auschwitz gebracht.
Gegen Kriegsende geriet Kary auf einem der sogenannten Todesmärsche schließlich ins KZ Wöbbelin. Dort wurde der Ludwigsluster, der seit 1948 Mitglied der Jüdischen Landesgemeinde Mecklenburg war, am 2. Mai 1945 zusammen mit anderen Häftlingen befreit. Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD) hatte Kary gebeten, als Zeitzeuge die Gedenkrede zu halten.
Erich Kary, der heute in Ludwigslust lebt, erinnerte daran, dass Juden bereits unmittelbar nach Hitlers Machtergreifung 1933 ausgegrenzt und verfolgt wurden. Später folgte dann ihre systematische Deportation in Konzentrations- und Vernichtungslager, wo sie gequält und ermordet wurden. Kary war zusammen mit seiner Mutter nach Auschwitz gebracht worden. "Die Wirklichkeit übertraf unsere schlimmsten Befürchtungen", berichtete er. Seine Mutter sei in einer Gaskammer umgebracht worden und er selbst habe Zwangsarbeit leisten müssen. "Die eintätowierte Nummer befindet sich heute noch auf meinem Arm", sagte der 87-Jährige.
Auch in der heutigen Zeit dürften Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Rassismus nicht toleriert werden, forderte Landtagspräsidentin Bretschneider. Die Morde durch den rechtsterroristischen Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) führten erneut vor Augen, wozu Fremdenfeindlichkeit und Hass führen könnten. Die geistigen Wurzeln reichten in die Zeit des Nationalsozialismus zurück und würden in der Programmatik der rechtsextremen NPD wiederbelebt.
Der Landtag fördert ein Jugendprojekt, das Schülern aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg Begegnungen mit Überlebenden des NS-Regimes ermöglicht.