AKTUELLES AUS DER REGION
Dossier
Eine Tafel an einer Hauswand zeigt die Höchststände der Elbe in Lauenburg © NDR Fotograf: Thorsten Phillips
 

Alle Infos zum Hochwasser an der Elbe

Die Flutwelle der Elbe hat ihren Höhepunkt überschritten. Aber die Lage bleibt angespannt. mehr

Service

Bürgertelefon zum Hochwasser

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim hat eine Telefonnummer zum Elb-Hochwasser eingerichtet:

(03874) 624 - 3333

Unter dieser Nummer können sich Bürger informieren. Auch Helfer sollen sich hier melden.


Hotline für Hochwasser-Opfer

Die Verbraucherzentralen haben eine Telefonnummer für Opfer von Hochwasser-Schäden eingerichtet:

(0800) 100 3711

Ab Mittwoch geben Experten täglich von 9 bis 16 Uhr Rat zu vertrags- und versicherungsrechtlichen Fragen.

WETTER
NDR Verkehrsstudio
Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

Verkehrsmeldungen aus Mecklenburg-Vorpommern

Staus, Baustellen, Gefahrenhinweise - die aktuelle Verkehrslage mehr

 

Pegel sinken - Katastrophenalarm bleibt

Die Zahl des Hochwasserpegels von 2011steht in weißer Schrift auf einem blauen Schild an einer Steinmauer und eine Welle schwappt davor. © dpa-Bildfunk Fotograf: Bodo Marks Detailansicht des Bildes Der Hochwasserpegel aus den Jahren 2006 und 2011 sind im aktuellen Hochwasser der Elbe zu sehen. Die Hochwassersituation an der Elbe bleibt weiter angespannt. Nur langsam sinken die Pegelstände der Elbe in Mecklenburg-Vorpommern. Auch wenn die Wasserstände in den nächsten Stunden unter den Richtwert für Katastrophenalarm von 6,50 Meter sinken, wird der die Alarmstufe erst einmal bestehen bleiben. Bis voraussichtlich Montag sei die Region noch Sperrgebiet, hieß es vom Krisenstab. In Boizenburg sank der Pegel bis zum Nachmittag auf 6,70 Meter, in Dömitz liegt er bei 6,52 Meter. Am Freitagabend hatten die Pegel noch 6,66 Meter in Dömitz und 6,89 Meter in Boizenburg angezeigt. Ausgelegt sind die Deiche für 6,80 Meter. Normalerweise ist die Elbe in beiden Städten um die zwei Meter tief.

Warnung vor durchweichten Deichen

Dort rechnen die Verantwortlichen am Wochenende vermehrt mit sogenannten Deichtouristen. Eine Gefahr bleiben die durchweichten Deiche, deshalb sei das Betreten der Wälle verboten. Zu groß die Gefahr, dass die Dämme brechen. Schaulustigen müssten deshalb mit Anzeigen und Bußgeldern rechnen. Die Situation sei nach wie vor angespannt, sagte der Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Andreas Bonin. Die durch den anhaltenden Wasserdruck aufgeweichten Deiche an der Elbe und den Eldezuflüssen seien sehr anfällig und würden intensiv rund um die Uhr kontrolliert. Durch den lange anhalten hohen Wasserstand und Regenfälle sind die Deiche stark durchnässt. Es gebe Sickerstellen, wo Wasser durch den Deich drücke. Diese würden mit Folie und Sandsäcken abgedichtet, berichtete Bonin. Zudem werde vermehrt Treibgut aus der Elbe geborgen, um eine wasserseitige Beschädigung der Deiche zu verhindern.

Der Alltag kommt wieder

Die Zahl des Hochwasserpegels von 2011steht in weißer Schrift auf einem blauen Schild an einer Steinmauer und eine Welle schwappt davor. © NDR Fotograf: Thomas Naedler Detailansicht des Bildes Langsam kehrt der Alltag in Dömitz ein, die ersten Sandsäcke werden wieder abtransportiert. Dennoch wird in der Region mit ersten Aufräumarbeiten begonnen. Bundeswehr und THW ziehen bereits Kräfte ab. Derzeit seien noch 350 Soldatinnen und Soldaten an den durchweichten Deichen im Einsatz. Gut 700 weitere stünden noch in Bereitschaft, sagte ein Sprecher. In Dömitz hat der erste von vier Supermärkten wieder geöffnet. Erste Sandsäcke liegen dort schon auf Paletten zum Abtransport bereit. Ein vor der Flut geräumtes Altersheim in Dömitz konnte wieder in Betrieb genommen werden.

Viele Unternehmer in der Region warten auf ein Ende des Katastrophenalarms, weil sie Aufträge derzeit nicht erledigen können. Voraussichtlich am Dienstag könnten die Schulen wieder öffnen und die Schulbusse wieder normal verkehren. Viele Einrichtungen in der Region sind geschlossen, weil sie hochwassergefährdet sind oder weil dort Notunterkünfte eingerichtet wurden. Die Busse werden für den Transport von Einsatzkräften benötigt oder stehen für den Evakuierungsfall bereit.

Starkregen noch ohne Folgen

Auf den Deichen lastet derweil weiterhin großer Druck. Fast überall sickert Wasser durch. An mehr als 20 Stellen gibt es sogenanntes schmutziges Wasser. Der Deich ist an diesen Stellen nicht mehr stabil und muss mit Sandsäcken verstärkt werden. Der Starkregen in der Nacht zu Freitag hinterließ aber keine weiteren Schäden an den Deichen.

Hochwasserlage in Mecklenburg-Vorpommern

Nordmagazin - 14.06.2013 19:30 Uhr

Die Pegelstände sinken, der Kampf an den Deichen geht weiter. Innenminister Caffier spricht weiter von einer angespannten Situation. Nach wie vor herrscht Katastrophenalarm.

Jagd auf Biber erlaubt

Aus Sorge um die Deiche sind die streng geschützten Biber um Dömitz und Boizenburg zum Abschuss freigegeben worden. Die untere Jagdbehörde und die untere Naturschutzbehörde haben am Freitag zwei Ausnahmegenehmigungen im Hochwassergebiet erteilt. Die Genehmigungen gälten solange, bis das Hochwasser gewichen sei. Die Jäger dürften die Biber aber nur dann schießen, wenn eindeutig sei, dass die Tiere einen Deich gefährden. In der Region um Dömitz und Boizenburg leben nach Zählungen des Amtes für das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe etwa 30 Biberfamilien. Sie haben ihre Burgen normalerweise direkt am Fluss, weil sie einen Zugang unterhalb der Wasserlinie benötigen, wie Dezernatsleiterin Anke Hollerbach von dem Amt erklärte. "Aufgrund des Hochwassers mussten sie ihre Burgen aufgeben und suchen nun neue Plätze." Dabei gerieten auch die Deiche in ihr Blickfeld. An den Deichen des Nebenflusses Sude hätten Biber bereits an mehreren Stellen gegraben. Hollerbach hält die Abschussgenehmigungen dennoch für überflüssig. Der Platz eines geschossenen Bibers würde mit Sicherheit schnell von einem anderen eingenommen, sagte sie.

Sellering: "Noch einige schwierige Tage"

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) besuchte am Freitag erneut das Hochwassergebiet, um sich ein Bild von der Lage zu machen. "Erfreulicherweise sinken die Pegelstände", sagte er nach dem Besuch in und bei Dömitz. Die Deiche seien aber sehr aufgeweicht. "Deshalb haben wir noch einige schwierige Tage vor uns." Den Helfern sei anzumerken, dass die letzten Tage für alle mit großen Anstrengungen verbunden waren. Es werde aber weiterhin sehr engagierte Arbeit geleistet. "Dafür bin ich sehr dankbar", sagte der Regierungschef.

Sandsackersatzsystem im Test

Das Technische Hilfswerk testete am Donnerstag erstmals einen Sandsack-Ersatz. Der gewaltige Schlauch aus Planen wurde mit Wasser gefüllt und dichtete so Sickerstellen ab. Ein Schlauch kann bis zu 1.200 Sandsäcke ersetzen. Insgesamt haben die Einsatzkräfte bereits rund 1,2 Millionen Sandsäcke verbaut, um die Dämme zu erhöhen und zu verstärken, Mehrere hunderttausend lägen noch bereit, sagte der Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Andreas Bonin, am Donnerstag. Sie werden zur Abdichtung der zahllosen Sickerstellen benötigt.

Minister: Höhere Schäden als 2002

Die Schäden der Flut werden nach Einschätzung von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) im Nordosten höher ausfallen als beim Hochwasser von 2002. Damals mussten die Deiche und andere Hochwasserschutzanlagen für 1,6 Millionen Euro repariert werden. Bei den Landwirten hätten die Behörden damals Schäden in Höhe von neun Millionen Euro festgestellt. Beim aktuellen Hochwasser wurden die Pegelstände von 2002 um 60 bis 90 Zentimeter überschritten.

Kreissprecher: Trinkwasser ist sauber

Beim Trinkwasser müssen sich die vom Elbehochwasser betroffenen Mecklenburger bislang keine Sorgen über eine mögliche Verschmutzung machen. "Die Brunnen arbeiten ohne Probleme, bisher ist kein einziger überflutet worden", sagte der Sprecher des Landkreises, Andreas Bonin, am Freitag. Niemand müsse sein Trinkwasser abkochen. Die Wasserwerke führten regelmäßig Qualitätskontrollen durch. Das Landesgesundheitsamt in Rostock hat unterdessen Hinweise an die Bevölkerung zum richtigen Verhalten auf überfluteten Feldern und Gartenflächen herausgegeben.

Milliardenschwerer Fluthilfe-Fonds

Die Ministerpräsidenten der Länder und mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten sich am Donnerstag auf einen Fluthilfe-Fonds wird ein Volumen von voraussichtlich acht Milliarden Euro verständigt. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) kündigte an, dass sich Mecklenburg-Vorpommern an dem Hilfspaket beteiligen werde.

Der Pröpstekonvent im Kirchenkreis Mecklenburg und das Diakonische Werk riefen unterdessen die Gemeinden zu Spenden für die Flutopfer in Mitteleuropa auf. "Wir sehen das große Ausmaß der Überschwemmungen und die zerstörerischen Folgen. Viele Menschen verlieren Hab und Gut und stehen innerhalb kürzester Zeit schon wieder vor einem Neuanfang", sagte Dirk Sauermann, Propst im Kirchenkreis Mecklenburg.

Weitere Informationen
Das Hochwasser steht in der Altstadt von Lauenburg © dpa - Bildfunk Fotograf: Marcus Brandt
 

Einigung: Acht Milliarden Euro für Flutopfer

Bund und Länder haben sich auf die Gründung eines nationalen Aufbaufonds für die Hochwassergebiete geeinigt. In den Topf sollen etwa acht Milliarden Euro kommen. mehr

Grundwasser steht auf Ackerflächen

Das Hochwasser bringt auch den Bauern Probleme. In den Gebieten nahe der Elbe steht auf vielen Ackerflächen Wasser. Wie der Geschäftsführer des Bauernverbandes Ludwigslust, Harald Elgeti, erklärte, drückt die Elbe Grundwasser an die Oberfläche, das jetzt auf den Feldern steht. Das Ausmaß sei noch nicht abzusehen. Möglicherweise seien zur Ernte einige Flächen noch gar nicht befahrbar. Bei Roggen und Weizen leide die Qualität der Körner unter der Nässe. Bei Gerste würden bei Nässe die Ähren abfallen oder die Körner trieben am Halm neu aus. Das Getreide sei dann Sondermüll, sagte Elgeti.

Links

Schulausfälle in Norddeutschland

Wegen des Hochwassers fällt in Norddeutschland an mehreren Schulen der Unterricht aus. Alle Informationen hierzu finden Sie stets aktuell im NDR Verkehrsstudio. mehr

155 Kilometer Deiche schützen Tausende Menschen

Das Elbehochwasser bedroht in Mecklenburg-Vorpommern rund 14.000 Menschen. Gut 10.000 leben in Boizenburg, weitere 3.200 einige Kilometer flussaufwärts in Dömitz. Rund 1.000 Menschen leben in den Dörfern entlang der Zuflüsse Elde (bei Dömitz) und Sude (bei Boizenburg), die von hereindrückendem Elbewasser und einem Rückstau der Zuflüsse ebenfalls stark gefährdet sind. Der Elbabschnitt Mecklenburg-Vorpommerns ist 21 Kilometer lang. Die Gesamtlänge der Deiche an der Elbe und ihren Zuflüssen beträgt allerdings 155 Kilometer.

Videos
Ein von Deichen begrenzter FLusslauf.
 
Video

Schutz durch Deiche

Die komplizierten Schutzwälle halten einiges aus. Doch wenn der Pegelstand höher ist als der Bemessungswasserstand, sind Deiche in Gefahr.

Video starten (01:40 min)

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 13.06.2013 | 22:00 Uhr

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/regional/mecklenburg-vorpommern/hochwasser1261.html
Alle Neuigkeiten

LAGuS gibt ein Merkblatt über Hygiene in Hochwassergebieten raus.

Link in neuem Fenster öffnen
Aktuelle Pegelstände
Pegelstände im Norden
Schnackenburgkeine Daten
Dömitzkeine Daten
Hitzackerkeine Daten
Neu Darchaukeine Daten
Bleckedekeine Daten
Boizenburgkeine Daten
Hohnstorf (bei Lauenburg)keine Daten
Audio
Der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering (SPD), dankt bei seinem Besuch in der Hochwasserregion an der Elbe mit erhobenem Daumen einem freiwilligen Helfer. © dpa-Bildfunk Fotograf: Jens Büttner
 
Audio

Sellering: Keine Soforthilfe geplant

13.06.2013 | 07:04 Uhr
NDR 1 Radio MV

Solange die Deiche halten, plant Ministerpräsident Sellering ohne Soforthilfe.

Audiobeitrag starten (00:31 min)
Service
Sandsäcke werden gestapelt. © dpa-Bildfunk Fotograf: Philipp Schulze
 

Nach harten Tagen gilt der Dank den Helfern

Tausende Menschen haben beim Hochwasser im Norden angepackt. mehr


Forum für Helfer und Hochwasser-Opfer

In unserem Forum können sich Hilfe-Suchende und Helfer austauschen. mehr


Flut-Hilfe und schnelle Infos aus dem Netz

Sozialen Netzwerke helfen den Menschen in den Hochwassergebieten. mehr

Pegel-Animation
Animation der Pegelstände des Elbhochwassers 2013 © NDR.de
 

Pegelverlauf der Elbe

Alle Messdaten der letzten 14 Tage als Animation. mehr

Weitere Informationen
Mücke beim Blutsaugen © Picture-Alliance / ZB - Fotoreport
 

Hochwassergebieten droht Stechmückenplage

Die Flut hat nicht nur massive Folgen für die Menschen, sondern auch für Tiere. mehr


Jetzt beginnt das große Aufräumen

Die Pegelstände sinken, doch die Deiche sind vollgesogen. mehr


Hochwasser: Gefahr durch Keime

Die Helfer müssen vor Keimen und Bakterien geschützt werden. (11.06.2013) mehr


Flut: Polizei warnt vor Spendenbetrügern

In Mecklenburg-Vorpommern sind Betrüger unterwegs, die sich als Flut- oder Hochwasseropfer ausgeben. (10.06.2013) mehr

Bildergalerie
Der Wasserstand an der Elbe bei Dömitz steigt. © NDR Fotograf: Arne Merten
 
Bildergalerie

Am Mittwoch wurde für den Landkreis Ludwigslust-Parchim Katastrophenalarm ausgerufen.

Bildergalerie starten
Videos
Frank Breuner im Gespräch mit Mecklenburgs Innenminister Lorenz Caffier (CDU) stehen auf einem Deich.
 
Video

Hochwasserlage in Mecklenburg-Vorpommern

14.06.2013 | 19:30 Uhr
NDR Fernsehen: Nordmagazin

Innenminister Caffier spricht weiter von einer angespannten Situation.

Video starten (07:39 min)

Bootstouristen sitzen in Dömitz fest

14.06.2013 | 16:00 Uhr
NDR Fernsehen: NDR aktuell

Aufgrund des Hochwassers konnten sie ihre Fahrt nicht fortsetzen.

Video starten (03:33 min)

Dramatische Lage in Mecklenburg-Vorpommern

12.06.2013 | 16:00 Uhr
NDR Fernsehen: NDR aktuell

In vielen Orten steht das Wasser so hoch wie nie zuvor.

Video starten (05:51 min)

Boizenburg: Noch hält die Spundwand

12.06.2013 | 19:30 Uhr
NDR Fernsehen: Nordmagazin

Sechs alte Bäume im Bauschpark mussten notgefällt werden.

Video starten (02:52 min)

Milchbauern im Hochwassergebiet

12.06.2013 | 19:30 Uhr
NDR Fernsehen: Nordmagazin

Peter Guhl will mit seinen Kühen auf seinem Hof ausharren.

Video starten (01:53 min)
Spenden
Häuser in Riesa stehen im Hochwasser der Elbe. © dpa
 
Link

Flutopfer brauchen Hilfe - mehr Informationen bei tagesschau.de.

Link in neuem Fenster öffnen
Hilfsaktion
Freiwillige helfen dabei Sandsäcke zu füllen. © NDR Fotograf: Uwe Grützmacher
 

Team MV - Wir brauchen Sie!

Den Helfern helfen? Machen Sie mit beim Team MV! mehr