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Die Zahl der gesetzlich Versicherten, die in der Schweriner Helios Klinik behandelt wurden,stieg von 2009 auf 2010 um 8,5 Prozent auf knapp 51.000 Patienten an.
In Mecklenburg-Vorpommern verschärft sich der Wettbewerb um neue Patienten. Nach Informationen von NDR 1 Radio MV tritt dabei die Schweriner Helios Klinik besonders offensiv auf. Eine Krankenkasse kritisierte nun das Verhalten vieler niedergelassener Fachärzte. Der Vorwurf: Sie würden einseitig in die Helios Klinik überweisen.
Nach NDR Informationen setzt die Leitung der Klinik ihre Chef- und Oberärzte zusätzlich unter Druck. In Rundbriefen werde ihnen jeden Morgen mitgeteilt, wie die aktuelle Patientenentwicklung ausfalle. Mehrere führende Ärzte haben das Schweriner Krankenhaus inzwischen verlassen. Ihnen geht das Gewinnstreben zu weit. Auch das Pflegepersonal berichtet von ständig steigendem Druck - bedingt auch durch den Stellenabbau.
Hintergrund sind offenbar die Gewinnerwartungen des Mutterkonzerns Fresenius. Der verspricht Anlegern hohe Renditen, die von den Kliniken erwirtschaftet werden sollen. In offiziellen Papieren ist von Umsatzsteigerungen von über 15 Prozent die Rede. Ein führendes Mitglied des Kuratoriums Gesundheitswirtschaft im Land sagte dem NDR, den Helios-Kliniken sei nicht ohne Grund die Mitgliedschaft in dem Verbund verwehrt worden.
Die Helios Klinik führt die Anstieg der Patientenzahlen im vorigen Jahr nach eigener Aussage auf die Neubesetzung von vier Chefarztpositionen zurück. Damit sei das Leistungsspektrum deutlich ausgeweitet worden. Zudem seien die medizinische Qualität nachweislich verbessert und ein größeres Einzugsgebiet erschlossen worden, heißt es.
Das größte private Krankenhaus in Mecklenburg-Vorpommern behandelte im vergangenen Jahr deutlich mehr Patienten als zuvor. So meldete die Klinik im Jahr 2009 knapp 47.000 Behandlungsfälle bei den gesetzlichen Krankenkassen, ein Jahr später waren es schon fast 51.000. Das ergibt eine Steigerung von 8,3 Prozent. Experten nennen das "außergewöhnlich". Landesweit hingegen stieg die Zahl der Behandlungsfälle nur um 1,2 Prozent - von 401.000 auf 406.000 Fälle. In diesem Jahr sind es bereits 6,2 Prozent mehr Fälle im Vorjahr. Bei der Krankenkasse Barmer erhöhte sich die Zahl der in der Klinik behandelten Patienten im ersten Quartal bereits um 9,4 Prozent.
Kleinere Krankenhäuser würden ihre Patientenzahlen mehr oder weniger gleich halten. Die Krankenhausgesellschaft spricht von einem immer härter werdenden Wettbewerb. Es gelte aber auch bei Kliniken die freie Arztwahl.
Jüngst einigte sich die Klinik mit den Krankenkassen nach längeren Verhandlungen auf ein neues Budget. Es von 170 Millionen Euro im Jahr 2010 auf 180 Millionen Euro im laufenden Jahr gestiegen. "Uns sind da die Hände gebunden", sagte ein Krankenkassenvertreter mit Blick auf die Budgetsteigerung. Die könnte noch höher ausfallen - denn wenn die Klinik immer mehr Menschen behandele, müsse nachgezahlt werden. Der ärztliche Direktor eines Krankenhauses in Westmecklenburg sagte, die Budgetsteigerung dürfte kein Problem sein. Es sei genügend Geld im System. Bundesweit gibt es 64 Helios Kliniken. Neue Geschäftszahlen will das Gesundheitsunternehmen demnächst bekannt geben. Helios hatte das Krankenhaus zum 1. Januar 2004 übernommen. Landesweit gibt es 39 Krankenhäuser. Der Gesundheitsmarkt gilt auch in Mecklenburg-Vorpommern als einer der am meisten wachsenden Märkte.