Verkehrsmeldungen aus Mecklenburg-Vorpommern
Staus, Baustellen, Gefahrenhinweise - die aktuelle Verkehrslage mehr
Die Bürger in Kamminke auf Usedom fühlen sich von der Polizei im Stich gelassen.
Die Gemeinde Kamminke auf der Insel Usedom hat angesichts gestiegener Kriminalität vom Schweriner Innenministerium stärkere Anstrengungen für die Sicherheit der Urlauber und Einheimischen gefordert. "Hier wird seit drei bis vier Wochen alles geklaut, was nicht niet- und nagelfest ist", sagte Bürgermeister Uwe Hartmann (CDU). Dazu habe er mit dem Leiter der Jugendbildungsstätte auf dem Golm, Nils Köhler, einen offenen Brief an Innenminister Lorenz Caffier (CDU) gesandt.
Hauptproblem, so der Bürgermeister, sei der Wegfall der Bundespolizei, die einmal 200 Beamte im Grenzort Ahlbeck hatte. Im Frühjahr hatte die Polizei ihre Präsenz auf der Insel für einige Zeit verstärkt. In dem Zeitraum sei die Kriminalität zurückgengangen, nach Beendigung des verstärkten Polizeidrucks aber wieder gestiegen. Erst am Mittwoch seien Urlaubern vier Fahrräder gestohlen worden. "Als ich abends Verdächtige sah und die Polizei anrief, hatten die keine Beamten zur Verfügung", so Hartmann.
Erst vor einem Monat hatte es Diskussionen um die Wiedereinführung von Kontrollen an der deutsch-polnischen Grenze gegeben. Hintergrund hier ist die vermeintlich gestiegene Kriminalität. Nach Angaben des Polizeipräsidiums in Neubrandenburg ist die Zahl der Eigentumsdelikte allerdings um 20 Prozent zurückgegangen. Und auch auf der polnischen Seite, in Swinemünde, beobachtet die Polizei einen Anstieg von Diebstahlsdelikten.
Im ganz Mecklenburg-Vorpommern ist die Kriminalität 2010 insgesamt zwar zurückgegangen, aber die Wohnungseinbrüche und Autodiebstähle hatten zugenommen: Ein Trend, der sich auch 2011 fortsetzt. Davon ist Usedom besonders betroffen. An der deutsch-polnischen Grenze herrscht seit dem Beitritt Polens zum Schengener Abkommen Freizügigkeit. Direkt an der Grenze muss seit 2007 niemand mehr den Pass vorzeigen, nur im Hinterland kontrolliert die Polizei auf Straßen und Autobahnen. Kritiker sehen darin einen Grund für eine teilweise gestiegene Kriminalitätsbelastung in Grenzregionen. Die Statistik spricht allerdings eine andere Sprache. 2010 waren von den gefassten Straftätern in Mecklenburg-Vorpommern lediglich sieben Prozent Ausländer.