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Rund 800 Menschen beteiligten sich an der Demonstration in Greifswald.
Nach der Greifswalder Demonstration gegen rechte Gewalt ist es am Samstagabend auf dem Rostocker Hauptbahnhof zu Ausschreitungen gekommen. Nach Angaben der Bundespolizei attackierten gegen 19 Uhr rund 15 Personen, die sich auf der Rückreise aus Greifswald befanden, mehrfach kleinere Gruppen. Diese seien aufgrund ihrer Kleidung der rechten Szene zuzuordnen gewesen. Dabei seien drei Menschen verletzt worden.
Der erste Angriff ereignete sich sofort, nachdem der Zug aus Greifswald im Hauptbahnhof eingetroffen war. Nach dem Öffnen der Türen sprangen etwa 15 Gewalttäter auf den voll besetzten Bahnsteig und stürmten auf eine Gruppe Jugendlicher aus Teterow zu. Einer der Attackierten trug offenbar eine Mütze der Marke "Thor Steinar". Die Marke gilt als Erkennungssymbol der rechten Szene. Die Mütze wurde dem Mann vom Kopf gerissen, er erhielt einen Schlag mit einer Flasche. Später schlug die Gruppe im Bahnhof und auf dem Bahnhofsvorplatz erneut zu und attackierte weitere Gruppen, die sie dem rechten Spektrum zuordneten.
Eine Zeugin wurde wegen Herzproblemen in ein Krankenhaus gebracht. Die Angreifer flüchteten. Bundespolizisten auf dem Bahnhof forderten Unterstützung von der Landespolizei an. Insgesamt kamen 27 Beamte zum Einsatz. Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruchs. Derzeit werten Ermittler die Aufnahmen einiger Videokameras aus. Bis Ergebnisse vorliegen, werde es noch dauern, sagte eine Sprecherin.
Zuvor waren in Greifswald mehr als 800 Menschen gegen Rassismus, Intoleranz und rechte Gewalt auf die Straße gegangen. Verschiedene Initiativen, darunter das Bündnis "Greifswald Nazifrei" und die Linksjugend "Solid", hatten zu der Demonstration aufgerufen.
Die Polizei war nach eigenen Angaben mit 600 Beamten im Einsatz und verhinderte eine Auseinandersetzung zwischen Links- und Rechtsextremisten. Auch ein Polizeihubschrauber überflog den Demonstrationszug, zwei Wasserwerfer standen bereit. Die Demonstration sei weitgehend störungsfrei verlaufen, hieß es am Samstagabend. Sechs Polizisten wurden verletzt, vier Demonstranten wurden festgenommen. Sie hatten laut Polizei gegen das Vermummungsverbot verstoßen, Feuerwerkskörper gezündet und Flaschen geworfen. Es wurden mehrfach Knallkörper und Nebelkerzen abgebrannt. Zudem hätten Demonstranten Personen angegriffen.